Es ist ein alter Traum der Wissensmanager: “Stellt Euch vor es ist Wissensmanagement und alle machen mit…”. In der Tat wissen wir aus der Erfahrung mit allen Aktivitäten, die ein gewisses Engagement erfordern, dass die aktive Beteiligung in aller Regel sehr ungleich verteilt ist.
Jacob Nielsen hat in seinem Beitrag “Participation Inequality: Encouraging More Users to Contribute” eine 90-9-1 Regel aufgestellt:
“In most online communities, 90% of users are lurkers who never contribute, 9% of users contribute a little, and 1% of users account for almost all the action.”
Kurz übersetzt besagt diese Regel also, dass die Masse der Beiträge von einer verschwindend kleinen Menge an Nutzern stamm und nur einen geringer Teil weitere kleine Beiträge leistet. Die überwältigende Masse der Nutzer lediglich Nutznießer dessen sind, was andere produzieren.
Eine der letzten aber trotzdem gut besuchten Sessions vom barcamp in Jena wurde von Martin Koser zum Thema Wiki Patterns gehalten. In seiner Präsentation, sie übrigens direkt in einem Wiki erstellt worden ist, ging es vor allem um Erfahrungen bei der Einführung von Wikis und Social Software in Unternehmen und auch um das Buch “Wiki Patterns” von Stewart Mader. Martin Koser hat dazu auch eine Rezension veröffentlicht. Das Buch ist ein Sammelbecken von Ideen (auch im Wiki zum Buch nachzulesen) und kann auch keine endgültige Lösung anbieten.
Das Barcamp Mitteldeutschland bot eine gute Gelegenheit, das Thema “Persönliches Wissensmanagement” zur Diskussion zu stellen. Ich bin der Meinung, dass die konkreten Aktivitäten von Wissensarbeitern beim Umgang mit Informationen und Wissen bisher zu wenig betrachtet wurden. Der Hauptfokus lang in der Vergangenheit darauf, Mitarbeiter in Unternehmen zu bewegen, Wissen zu dokumentieren und für alle bereit zu stellen oder auf andere Weise, z.B. über Communities zu verbreiten. Sie sollten also primär zunächst einen Beitrag für die Allgemeinheit leisten, bevor sie selbst einen Nutzen davon haben. Die Erfahrung hat vielen gezeigt, dass dies nicht zum Ziel führt. Vielmehr stellen sich zwei zentrale Fragestellungen:
Hinweis: Der Vortrag liefert nicht die Antwort auf diese Fragen, sondern soll dafür werben, diese Frage weiter zu diskutieren. Die Diskussion in der Session verlief durchaus kontrovers. Dabei stellen sich weitere Fragen:
Diesen Fragen werden wir in diesem Blog weiter nachgehen.
[Update 12. Februar 2008] Bilder von der Session “Persönliches Wissensmanagement im Web 2.0″ findet man im Post von Markus Kämmerer.
Im Rahmen der aufkommenden Web 2.0 Diskussion haben wir uns die Frage gestellt, worin der Unterschied zwischen dem Wissensmanagement in Zeiten von Enterprise 1.0 und Enterprise 2.0 besteht. Wie bereits diskutiert, sehen wir viele der Ansätze im Web 2.0 weniger als bahnbrechende Neuerungen sondern vielmehr als bewährte Muster an, die sich nunmehr in den reifer werdenden Unternehmen und Nutzer-Communities durchsetzen. Und gerade deshab soll hier eine Betrachtung dieser Unterschiede erfolgen. Todd Stephens liefert in seinem Collaborage Blog eine prägnante Darstellung der Charakteristiken von Enterprise 1.0 und Enterprise 2.0.
| Enterprise 1.0 Characteristics | Enterprise 2.0 Characteristics |
| Static Content | Dynamic Content |
| Producer Based Information | Participatory Based Information |
| Messages Pushed to Consumer | Messages Pulled by Consumer |
| Institutional Control | Individual Enabled |
| Top Down Implementation | Bottom Up Implementation |
| Users Search and Browse | Users Publish and Subscribe |
| Transactional Based Interactions | Relationship Based Interactions |
| Goal of Mass Adoption | Goal of Niche Adoption |
| Taxonomy | Folksonomy |
Quelle: Todd Stephens, 2007, Enterprise 1.0 versus 2.0
Web 2.0? Enterprise 2.0? Gar von Blase 2.0 ist die Rede! Die Verwendung der Sprache zum Zwecke der Verbreitung von Botschaften und zur Meinungsbildung soll hier nicht Gegenstand sein. Vielmehr geht es uns jenseits der Begriffe darum, zu beleuchten, was eigentlich den Unterschied ausmacht zwischen 1.0 und 2.0. In den vielen Gesprächen die unter Softwareentwicklern und IT-Praktikern zum Thema Web 2.0 geführt werden erzielt die Meinung “Was ist denn hier 2.0? Das gibt es doch schon lange!” große Zustimmung.
Und daran gibt es wenig Zweifel, denn für viele der Web 2.0 Ansätze gibt es bekannte Beispiele bzw. technologische Vorfahren, die belegen, dass die Idee nicht wirklich neu ist. “User generated content”? Das gab es z.B. mit Lotus Notes schon vor 16 Jahren! Und zwar zuallererst im Unternehmenseinsatz! Wikis? Wie groß ist der Unterschied zum guten alten Gopher? Social Networks? Die “gelben Seiten” im Unternehmen haben das wichtigste vorgelebt. etc. pp.
Was ist es dann, was den Unterschied macht? Artikel vollständig lesen »
| Frank Wolf: Danke für die ausführliche Besprechung und ein erfolgreiches Neues Jahr! |
| Tino Schmidt: Folgende Kernaussagen lassen sich für mich aus dem Interview ableiten: Ein zentraler Punkt... |
| Lydia Heydel: Hallo Herr Roell, danke für Ihr Feedback. Hier ein Beispiel, was Ihnen vielleicht bei Ihren... |
| Martin Roell: Danke für das Interview. Die Antworten auf die Fragen danach, wie sich die Arbeit konkret... |
| Klemens Keindl: Ihre Lösung überzeugt mich sehr. Die Vorteile die ich im Unterschied zu üblichen Mitarbeiter-... |