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Am heutigen Nachmittag durfte ich auf Einladung von Kay Lehmann, Chefredakteur bei saxxess.com einen Vortrag zum Thema “Erfahrungen beim Einsatz von Wikis, Blogs & Co. für das Wissensmanagement in Unternehmen” halten. Vielen Dank für die Einladung. An dieser Stelle nun die Präsentation für Interessenten und eine kurze Nachlese zur Veranstaltung:

Die Veranstaltung “Wissensmanagement im Unternehmen – Finden was man sucht” war mit ca. 100 Besuchern sehr gut besucht, ganz zur Freude der Veranstalter von saxxess.com und Bildungswerk der sächsischen Wirtschaft, dem Kompetenzzentrum com.pas und den Förderern vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit.

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IMG_2218Dieser Blogbeitrag entstand als Mitschrift zu einer Session mit Carl Frappaolo [Web] [Blog] [Twitter] von Information Architects auf der Enterprise 2.0 Conference in San Francisco. Aus meiner Sicht die beste Session der Konferenz, die ich besucht habe.

Die Frage ist, was ist eine Unternehmenskultur, die bekannterweise ein wichtiger Aspekt im Wissensmanagement darstellt. Eine Kultur ist eine sehr subtile Sache, die irgendwie in der Menge der Leute einer Organistion verborgen ist, inkl. Vorbehalten, Meinungen, Gefühlen, Beziehungen etc.

Enterprise 2.0 kann natürlich keine schlechte Kultur verändern. Es gibt Unternehmen, die bereits ohne jede Berührung mit Enterprise 2.0 Ansätzen eine offene, vertrauensvolle auf Zusammenarbeit im Sinne gemeinsamer Ziele ausgerichtet sind. Diese Unternehmen können durch Enterprise 2.0 Ansätze gut vorangebracht werden. Andererseits gibt es Firmen, die bspw. in unabhängige, untereinander konkurrierende Bereiche aufgespalten sind, die nicht kooperieren. Mit Technologie können solche Barrieren wohl kaum aufgebrochen werden.

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Gestern hatte ich die leider nur kurze Gelegenheit das KnowledgeCamp 2009 in Karlsruhe zu besuchen, welches erstmalig von der Gesellschaft für Wissensmanagement organisiert worden ist. Auch wenn es nur ein Tag war, hat es mir gut gefallen – insbesondere hat Themenfokus auf Knowledge Management der Veranstaltung sehr gut getan.

Auf Basis unserer Erfahrungen beim Einsatz von Communote in den letzten 12 Monaten habe ich in einer Session vorgestellt, wie damit auch Wissensmanagement-Aspekte unterstützt werden. Dabei wird deutlich, dass es in diesem Bereich weiteren Bedarf an Forschung und konzeptioneller Weiterentwicklung von Microblogging-Lösungen gibt.

Die Präsentation steht bei Slideshare zur Verfügung:

Update: Dank www.lutzland.de ist die Aufzeichnung der Session jetzt auch bei Youtube verfügbar:

YouTube Preview Image

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Ich hatte heute die Gelegenheit als Teilnehmer und Referent das von Kongress Media organisierte ECM-Summit 2008 zu besuchen. Dieser Beitrag fasst einige der Vorträge aus meiner Sicht zusammen, die ich besucht habe. Enthalten sind die Keynotes von Ulrich Kampffmeyer, Dieter Rappold und LeeBryant sowie Anwenderberichte von der Schweizerischen Post, MLP Finanzdienstleistungen und REVACOM GmbH.

Keynote von Ulrich Kampffmeyer zu Human Impact

Hr. Kampffmeyer spricht über “Human Impact”. Was meint er damit? Die Erfindung der Schrift hat zu Dokumenten geführt, schnell kam die Erfindung von Liste und Tabelle, die in heutiger Software vielseitig genutzt werden. Noch vor wenigen Jahren war die Technik der Leistungsfähigkeit des Menschen im Umgang mit Dokumenten noch weit unterlegen. Vor allem die Benutzbarkeit der Computersysteme ist im Vergleich zum Papier (nach wie vor) viel geringer. Zudem sorgt die IT heute dafür, dass wir mit einer Fülle von Nachrichten überflutet werden, die wir nicht mehr bewältigen können.

Diese Informationsfülle erzeugt einen Anschein von Wissen. So wie wir als Menschen den Begriff “Wissen” verwenden, kann er nicht auf Systeme angewendet werden. Der zentrale Unterschied liegt nach Meinung des Autors im “Verstehen”. Während Maschinen Verbindungen, Assoziationen herstellen und ggf. Schlüsse ziehen können, haben Menschen eben auch die Möglichkeit, andere Menschen auch vor dem Hintergrund ihrer sozialen Herkunft oder ihres emotionalen Gemütszustand zu begreifen.

Aber, Maschinen greifen immer öfter in unseren Alltag ein. Man kommt zu der Frage: “Beherrscht der Mensch die Maschine oder die Maschine den Menschen?” Es kommt zu einer neuen Art des Generationenkonfliktes zwischen den (älternen) “Digital Immigrants” und den (jüngeren) “Digital Natives”, die mit der neuen Technologie aufgewachsen sind. Und es gibt die “Digital Addicts”, die ohne E-Mail und Internet nicht mehr leben können. Es entsteht eine neue Sucht-Gefahr mit der wir uns aus gesellschaftlicher Sicht auseinandersetzen müssen.

Ein weiterer Aspekt ist die wachsende Abhängigkeit unserer wirtschaftlichen Prozessen von I&K-Technologien, die immer mehr das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. Werden wir die Kontrolle behalten oder werden wir von Systemen oder wenigen Menschen, die diese Systeme steuern, beherrscht werden. Hr. Kampffmeyer beendet seinen den gegenwärtigen Status quo der Informationsverarbeitung beschreibenden Vortrag mit einem bewusst “pessimistischen” Ausblick, dass es nicht gelingen wird die Technologie zu beherrschen und sinnvoll nutzbar zu machen.

Warum nur? Die nachfolgenden Keynotes und Fachvorträge verströmten diesen Pessimismus nicht.

Was ändert Web 2.0 Marketing an Internet Management ?

Diesem Thema widmet sich Dieter Rappold von Knallgrau Media aus Wien in seinem Vortrag, der verschiedene Aspekte etwas lose gesammelt beleuchtet

Unter dem Schlagwort “Informationsmanagement” erwähnt der Vortragende den Social Bookmarking Dienst del.icio.us und Wikipedia mit dem Hinweis, das Tagging und Tagclouds gerade dort bewiesen haben, dass mit Hilfe große Informationsmengen verwaltet werden können. Der Gatekeeper, also Torwächter mit Zugang zu den Informationsbeständen sei heute die Suchmaschine. Ziel ist es dabei, die Streuverluste auf 0% zu reduzieren.

Wie entstehen News in Massenmedien neu? Während früher Journalisten Wochen benötigt haben, verbreiten sich neue Informationen heute innerhalb weniger Stunden oder Tage. Am Beispiel eines Twitterpostings über den angeblich geplanten Bau eines Datacenters von Google in Kronstorff in Österreich. Dieses Gerücht hat sich innerhalb von 2 Tagen über 2 Blogs in das deutsche Handelsblatt geschafft. Was ist der Unterschied zum klassischen Journalismus vor wenigen Jahren: Die Geschwindigkeit der Ausbreitung.

Nicht nur Geschwindigkeit spielt eine Rolle im neuen Netz, sondern vor allem auch die digitale Idendität, die Identität 2.0. Personen und Firmen haben heute viele digitale Identitäten, z.B. als Account in Twitter, XING, Facebook oder del.icio.us oder schlicht nur als Tag, mit dem beliebige Informationen in Zusammenhang mit Firmen und Personen gebracht werden. Die Menge dieser Identitäten wird immer schwerer kontrollierbar. Das Vertrauen an Identitäten im Netz ist verletzt.

Mehr noch, diese Identitäten müssen durch kontinuierliche Kommunikation miteinander verbunden und am Leben gehalten werden. Beziehungsmanagement im Netz gewinnt an Bedeutung. Webseiten wandeln sich heute zu Kommunikationsplattformen. Es geht um die Trilogie “consume-produce-share”. Es geht darum, sich nicht nur auf die Unternehmens-webseite zu konzentrieren, sondern “Seeding” in vielen Bereichen bzw. Kanälen des Internets sichtbar und aktiv zu werden. Klassische Marken werden so zu “Medien-Marken”.

Alles in Allem eine eindrucksvolle Beschreibung von aktuelle im Internet zu beobachtenden Phänomenen, die leider Lösungsansätze oder Visionen schuldig bleibt.

Content is made of people: from ECM to E2.0

Der Vortragende Lee Bryant ist CEO von Headshift aus London. Sein Vortrag beschäftigt sich mit der Transition von Enterprise Content Management zum Enterprise 2.0. Er erklärt ECM mit seine Schlagworten Create, Store, Manage, Distribute für tot. [Nachtrag: Das bleibt in der Panel Diskussion nicht unumstritten, die ECM-Hersteller sehen natürlich E20-Tools als Ergänzung von ECM und sonstiger Softwareprodukte.] Der wichtigste Inhalt im Enterprise 2.0 ist: der Mensch.

Der nächste Trend im Bereich der Internet-Suche ist seiner Meinung nach “Social Search”. McAfee spricht von bedeutungsvollen Signalen (“Signals of relevance”), die von Personen als Beiträge, Tags, o.ä. ausgesandt werden. Durch die Aufnahme und Verarbeitung dieser Signale entsteht eine emergente Informations-Infrastruktur, bei der kollaborativ entstehende Folksonomies eine weitaus größere Rolle spielt als aufwändig zentral erstellte Taxonomien. Ganz unter dem Schlagwort “Control is hard and expensive. Trust is cheaper and more effective”.

Bryants Herangehensweise an Enterprise 2.0 fasst er mit folgenden Punkten zusammen:

  • Public feeds & flows: internal and external RSS, feeds based on subjects, persons, group or search
  • Bookmarks & tags: people store, share, tag, vote or comment on useful links and news
  • Blogs & social bookmarks: social objects shared within networks and discussed in blogs
  • Group collaboration: intimate groups/teams organize knowledge in wikis and group systems
  • personal tools: organise your “stuff” by tags; arrange in a portal; manage networks and feeds

Dabei geht es ihm vor allem auch darum, diese Dinge als Stimulanz für die pragmatische Umsetzung der alltäglichen – geschäftskritischen – Aufgaben einzusetzen.

Lee Bryant stellt kurz die wichtigsten Vertreter der Enterprise 2.0 Tools vor, die wir auch hier beschrieben haben. Dabei spielt auch Atlassian Confluence eine Rolle. Microsoft Sharepoint kommt bei ihm aber eher schlecht weg, was die Akzeptanz als Enterprise 2.0 Plattform angeht. Mit dabei ist natürlich auch die Kategorie “Messagging”, zu der ich auf das neueste Ergebnis unserer Entwicklung Communote hinweisen möchte.

Es geht um “Situated solutions”, die sich der jeweiligen Aufgabe richtig anpassen. Es gibt keine “one size fits all” Lösung.

Die Rolle der “Information Professionals” verändert sich. Aufgaben wie Mentoring und Coaching werden wichtiger im Vergleich zur reinen Recherche und Verarbeitung von Informationen.

Heutige Firmen sind geprägt von Management Methoden der 30er Jahre und von IT-Tools der 90er Jahre. Social Computing ist die wichtigste Veränderung seit der Einführung von E-Mail. In der Praxis kämpfen noch sehr viele Mitarbeiter mit dem richtigen Umgang mit E-Mail. Lee Bryant sagt, dass wir also Geduld haben müssen, was die breite Akzeptanz dieser Tools angeht. Aber den aktuellen Trend fasst Lee Bryant zusammen mit dem Satz:

“We are moving from a world of content objects and process to a world of feeds and flow.”

Diese letzte Keynote, Lee Bryants Vortrag, war für mich eindeutig der inspirierendste des Tages.

Post Wide Web: Das Intranet der Schweizerischen Post

Gundekar Giebel ist Leiter E-Medien der Schweizerischen Post und berichtete über das Intranet mit dem schönen Namen “Post Wide Web”. Das Intranet ist für 25.000 (von insgesamt ca. 55.000) Mitarbeiter via PC zugänglich. Die 700.000 Seiten sehen ca. 15 Mio. Seitenaufrufe pro Monat. Beim eingesetzten CMS handelt es sich um eine Eigenentwicklung.

Seit 2007 sind Blogs und Wikis im Intranet im Einsatz. Es sind derzeit 10 Blogs und 6 Wikis vorhanden, wobei man derzeit bewußt nicht auf Masse setze. Ganz erfolgreich wird in der Schweizer Post die Kommentarfunktion genutzt, um aktuelle Probleme zu diskutieren. Hilfreich ist dabei natürlich die recht offene Kommunikationskultur bei der Schweizerischen Post.

RSS-Feeds für News, Blogs, Wikis und Bulletins. Für die Briefträger unterwegs auf der Straße gibt es sogar eine 0800-Nummer, unter der eine Computerstimme die neuesten Firmen und Bereichsnachrichten vorliest.

Webcasts werden von den Mediamatiker-Lehrlingen erstellt und im Intranet veröffentlicht.

Es wurde großer Wert auf eine personalisierte Oberfläche gelegt. So können auf der Startseite des Intranets eigene Links eingestellt und News abonniert werden. Persönliche Angaben für die Personalabteilung können via Intranet gepflegt werden. Ebenso wurde SAP Funktionalität via Netweaver in das Intranet integriert.

Fazit: Ein schönes Beispiel, wie Web 2.0 im Intranet eines sehr konventionellen Unternehmens die Kommunikation verbessern hilft. Aber auch dafür, dass dies ein langer Weg ist.

Social Computing bei MLP Finanzdienstleistungen

Axel Dornis von MLP spricht nun über das Wissensmanagement(-system) bei MLP. Dabei geht es um die Informationsversorgung für Tausende MLP Berater in Deutschland. Das bisherige System “Infoforum” auf Basis von Lotus Notes hat sich überlebt. Das neue System “Expertbase” auf Basis von Coremedia, befindet sich im Aufbau und soll schrittweise das bisherige System ablösen. Das neue System bildet an oberster Stelle die Suche ab und soll mit max. 3-4 Clicks den Weg von der Frage zu Antwort zeigen.

MLP organisiert sein Wissensmanagement auf Basis der Content Management Technologie von Coremedia und zwar sehr stark zentralisiert und legt sehr großen Wert auf die Qualitätssicherung und Redaktionierung der Inhalte. Vor dem Hintergrund der von MLP vertriebenen Finanzprodukte und der in diesem Bereich teils auch gesetzlich vorgeschrieben Governance ist dies sehr gut nachvollziehbar.

Was nicht so gut ist, dass mit dem derzeitigen System keine Bookmarks ausgetauscht werden können. Für 2009 wird geplant Kommentare, Nutzerbewertungen und die Vernetzung zwischen den Personen via Instant Messaging, Web Conferencing und Yellow Pages geplant, sprich der Einstieg in die 2.0-Welt steht im Grunde noch bevor.

Einsatz eines Unternehmens-Wikis für das Wissensmanagement am Beispiel von IT-Delivery-Prozessen der REVACOM GmbH

Im folgenden Vortrag hatte ich die Gelegenheit über den Einsatz von Atlassian Confluence als Unternehmens-Wiki für das Wissensmanagement bei unserem Kunden Revacom GmbH zu berichten. Leider konnte dieser Vortrag nicht wie geplant gemeinsam mit Mathias Baumann von Revacom stattfinden, dem ich an dieser Stelle ganz herzlich für die gemeinsame Vorbereitung danken möchte.

Anstelle einer Mitschrift stellen wir hier die Präsentation bereit:

Im Rahmen des nachfolgenden Panels wurde sehr intensiv über Wissensmanagement mit CMS und Wiki-Technologien gesprochen. Dabei wurde deutlich, dass weder der eine noch der andere Ansatz 1:1 auf andere Firmen übertragen werden kann. Vielmehr geht es darum, den jeweils optimalen Weg für das jeweilige Unternehmen zu finden. Als wichtigstes Erfolgskriterium wurde einhellig die Bedeutung des Menschen hervorgehoben, sei es beim Einbezug der Endanwender, bei der Auswahl von Wiki-Gärtnern, Pilotnutzern und Dienstleistern oder auch bei der Ausrichtung der Inhalte im Wissensmanagement ganz nach dem Leitsatz von Lee Bryants Keynote “Content is made of people”.

Weitere Informationen finden sich z.B. im Eventblog der Veranstaltung. Besonders hinweisen möchte ich auf die Live-Berichterstattung von Martin Koser (frogpond_conf) im Twitter.

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Wir leben in einer spannenden Zeit. Nachdem Intranets über viele Jahre das Dasein eines zentral redaktionierten Informationsportals fristeten, welches von den Mitarbeitern oft nur mit Desinteresse gestraft worden ist, bringt nun das Web 2.0 frischen Wind in die Unternehmen. Von Zentralabteilungen gut gehütete Intranet-Redaktionssysteme machen Platz für neue, von den Mitarbeitern selbst gestaltete Plattformen für Informationsaustausch und Zusammenarbeit.

Es gibt immer mehr Unternehmen, die diesen mutigen, aber konsequenten Schritt hin zu mehr Freiheit in der internen Kommunikation gehen. Über die Schweizer Synaxon AG wurde schon viel berichtet. Wir haben derzeit die Gelegenheit, unseren Kunden T-Systems Multimedia Solutions bei diesem Prozess zu begleiten. Ganz konkret geht es dabei um den Aufbau eines “Teamweb” als neue wiki-basierte Kommunikationsplattform. Für diese Plattform wurde das Enterprise-Wiki System Confluence von Atlassian ausgewählt. Die Gründe hierfür lagen im Wesentlichen in der guten Abdeckung der für ein Intranet notwendigen Wiki-Funktionalität, in der guten Anpassbarkeit und Erweiterbarkeit und der Skalierbarkeit des Systems, welches den gestiegenen Anforderungen des in den letzten Jahren stark gewachsenen IT-Unternehmens gerecht werden muss.

Besonders hervorzuheben ist vor allem die breite Beteiligung der Fachbereiche an diesem Vorhaben. Im Kernteam sind nicht nur Vertreter der IT und des Realisierungspartners vertreten, sondern eben auch Mitstreiter aus verschiedenen Abteilungen, darunter Consultants, Abteilungsleiter und Vertreter aus dem Stab der Geschäftsführung. Diese Mischung macht Entscheidungen nicht immer einfach, dafür wird jedoch eine breite Verankerung im Hause erzielt und viele gute Ideen und Erfahrungen aus den eigenen Projekten können in die Entwicklung, einer echten Gemeinschaftsproduktion, einfließen.

Unsere Aufgabe als Implementierungspartner für Atlassian Confluence war neben der konzeptionellen Ausrichtung vor allem die technische Realisierung des Teamweb. Die Entwicklung erfolgte in kurzen mehrwöchigen Entwicklungsphasen, die jeweils einen Praxistest durch die Pilotnutzer beinhalteten. Dabei ging es vor allem um die CI/CD-konforme Anpassung der Oberfläche von Confluence-Themes, die Bereitstellung von speziellen Seitentemplates, die Erweiterung der Blogging-Funktionalität um wesentliche Features wie z.B. Tagclouds und Kategorien sowie um die Gestaltung eines persönlichen Bereiches für alle Mitarbeiter. Hinzu kamen Single-Sign-On Funktionen und die Einbindung von für die Arbeit im Teamweb nützlichen Plugins. In die Entwicklung sind unzählige Hinweise der IT-Consultants von T-Systems MMS eingeflossen. Dabei ist es immer wieder hochspannend zu beobachten, mit wieviel Ideenreichtum Mitarbeiter die Möglichkeiten von Confluence nutzen, um eigene Informationsangebote aufzubauen oder mit anderen Diensten zu verbinden. Auf diese Weise entstand u.a. eine persönliche Visitenkarte für alle Nutzer, die automatisch mit den Kontakt- und Fotodaten aus dem zentralen Mitarbeiterverzeichnis gefüllt wird.

Judith Schmalz hat unseren Ansatz für Wiki-basierte Intranet-Lösungen auch im Rahmen des Atlassian Usergroup Treffens am 23.10. in Berlin vorgestellt.

Das Teamweb bietet allen Abteilungen, Teams, Interessensgruppen und Mitarbeitern ein virtuelles Zuhause im Intranet. Mittlerweile sind viele Bereiche des Hauses mit eigenen Wikiseiten vertreten. Interessensgruppen können sich finden, un für ein Thema einen Bereich eröffnen. Mitarbeiter erhalten einen eigenen Bereich, der quasi als eigene Homepage mit Visitenkarte und Weblog dienst. Das Ganze ist selbstverständlich kein Zwang, sondern ein freiwilliges Angebot. Vor allem die Blogfunktionalität wird immer häufiger genutzt. Das Teamweb wird zunehmend zur Plattform für bereichsübergreifendes Wissensmanagement und die Zusammenarbeit. Beispielsweise erfolgte die Entwicklung der neuen Unternehmensstratege durch die Führungskräfte in einem sogenannten “StraWiki” innerhalb des Teamweb. Nachdem die Strategiedefinition zunächst im kleinen Kreis (zugriffsgeschützt) erarbeitet wurde, folgte später die Öffnung für alle Mitarbeiter des Hauses. Dieses Vorgehen ist durchaus als “Best Practice” anzusehen, denn zum einen wurde frühzeitig gezeigt, dass die Wikiplattform als Arbeitsmedium taugt und zum anderen wurden Mitarbeiter und Führungskräfte darüber frühzeitig mit dem Teamweb vertraut gemacht.

Ohne das Strawiki wäre der Strategieprozess nicht so gut umsetzbar gewesen, berichten beteiligte Führungskräfte. Man sei in der haus-internen Kommunikation einen großen Schritt vorangekommen, sagen andere. Doch die firmenweite Einführung braucht Zeit, durchdachte Kommunikation und viel Engagement. Erste gute Erfahrungen der “Leuchttürme” müssen auch in anderen Bereichen umgesetzt werden. Noch sind nicht alle Bereiche an Bord. Die Verantwortlichen bei T-Systems MMS sprechen offen über ihre Erfahrungen auf dem Weg zum Enterprise 2.0. So führte Ulrike Reinhardt vor wenigen Wochen ein Interview mit Stefan Ehrlich und Berit Jungmann, die im Teamweb-Kernteam die Entwicklung ganz entscheidend vorangetrieben haben:

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In einem weiteren Interview mit Peter Klingenburg, dem Geschäftsführer von T-Systems Multimedia steht vor allem der Aspekt des Wissensmanagements im Mittelpunkt des Gesprächs:

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Darüberhinaus hat Stefan Ehrlich das Teamweb-Projekt auch in einer Session auf dem Barcamp Berlin 3 vorgestellt. Einen Live-Bericht dazu hat Martin Koser in seinem Blog verfasst.

Im Rahmen dieses Projekte wurden eine Reihe von Erfahrungswerten bestätigt, die im Rahmen von Intranet-Projekten immer wieder wichtig sind:

  • Es ist hilfreich und wichtig, frühzeitig Nutzer einzubeziehen und deren Feedback in die Entwicklung einfließen zu lassen.
  • Unternehmens-Wikis brauchen einen “Kümmerer” oder “Wiki-Gärtner“, der mit Begeisterung für die Vorzüge der Plattform wirbt, neue Formen der Zusammenarbeit vorlebt und gute Praktiken aktiv vermittelt.
  • Es ist förderlich, wenn das Management hinter dem Team steht und aktiv an der Nutzung teilnimmt.
  • Wiki-Intranets werden in kurzer Zeit angenommen und für produktive Zwecke genutzt. Deshalb muss von Beginn an, trotz “Pilot” und “Beta” für einen stabilen Betrieb der Plattform mit Ausfallsicherheit, Backup und Systemmonitoring gesorgt werden.
  • Tagging ist nicht für alle Mitarbeiter sofort verständlich. Einige Hinweise und Regeln helfen, das Potential der Folksonomien im Unternehmen zu entfalten
  • Eine iterative Vorgehensweise in kleinen Schritten ist besser als ein “Big Bang”

Es liegt in der Natur der Sache, dass der Weg zum Intranet 2.0 noch lange an seinem Ende ist. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung des Teamweb und die Einsatzformen in der täglichen Praxis.

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Bei der Einführung von Wissensmanagement in Unternehmen wurden in der letzten Jahren vor allem kulturelle Aspekte, Geschäftsprozesse und umfassende, meist zentralisierte, IT-Lösungen für den Aufbau unternehmens- oder zumindest fachbereichsweiter Wissensdatenbanken in den Mittelpunkt der Aktivitäten gestellt. Der einzelne Mitarbeiter wurde vor allem als Quelle von Wissen betrachtet, welches er zur Wissensbasis beitragen sollte, wobei oftmals ein strenger Qualitätssicherungsprozess vor dem Veröffentlichen eines Eintrags in der Wissensbasis stand. Als Gegenwert stand das Angebot, die Wissensbasis auch für die eigenen Zwecke nutzen zu dürfen. Im Nachhinein betrachtet ist es wenig verwunderlich, dass das 90-9-1 Phänomen nach Nielsen hier seine Wirkung im negativen Sinne entfaltet hat und dadurch die eher eingeschränkte Beteiligung an der Inhaltsproduktion zum Scheitern vieler Systeme an der notwendigen kritischen Masse geführt hat.

Bei der Betrachtung des organisationen Wissensmanagements wurden die Bedürfnisse des Wissensarbeiters an sich oftmals schlicht vergessen. Nichtzuletzt deshalb wird derzeit verstärkt über das “persönliche” Wissensmanagement diskutiert, wie z.B. in unserem Vortrag auf dem Barcamp in Jena und in diesem Weblog. Von der überbetont unternehmensweiten Perspektive wird also zu einer betont persönlichen Perspektive übergegangen.

Ein möglicher Lösungsansatz für das persönliche Wissensmanagement besteht in der Nutzung von Weblogs. In ihrer Grundform als einfaches, chronologisches Internet-Tagebuch einer Person stellt es eine besonders persönliche Form der Online-Kommunikation dar. Jochen Robes schreibt in seinem Blog ausführlich darüber, auf welche Weise Wissensarbeiter Weblogs einsetzen können. Ich möchte an dieser stelle beleuchten, worin nun der Unterschied zwischem “klassischen” Wissensdatenbanken und dem Einsatz von Weblogs im Unternehmen liegt?

1. Persönliches Interesse als primäre Motivation des Autors

Während bei klassischen Wissensdatenbanken Inhalte eher nach einer zentralen Vorgabe i.S.e. betrieblichen Anforderung erstellt wurden, wird ein bloggender Mitarbeiter sich vor allem Themen widmen, die aus seiner ganz spezifischen Tätigkeit stammen, denen er sich für eine gerade aktuelle Problemstellung widmet oder für die ganz allgemein sein Interesse gefunden haben. Durch die persönliche Note gewinnen Blogbeiträge eine hohe Authentizität – und die Persönlichkeit des Autors wird durch die Blogbeiträge im Unternehmen geprägt und bekannt.

2. Individuelle Formate

Zentrale Wissensdatenbanken enthalten oftmals gut strukturierte Dokumentationen von Fakten, Quellen und Vorgehensweisen oder Best Practices. Demgegenüber sind Weblogs eher von Mikroartikeln über persönliche Erkenntnisse und Erfahrungen, aber auch von Meinungen und Thesen geprägt, die über das Weblog zur Diskussion gestellt werden. Manche Blogger nutzen Weblogs auch, um ihre eigenen Erkenntnisse geeignet zu strukturieren und zu dokumentieren.

3.  Feedback als Qualitätssicherung

Anstelle von Reviews und Freigabeprozessen steht bei Weblogs das Feedback der Leser im Mittelpunkt. In seinem Weblog kann ein Autor alles veröffentlichen, egal ob frühreif oder fundiert. Einmal publiziert ist der Inhalt dann einem mitunter schonungslosen Diskurs ausgesetzt, wobei eine Bewertung nicht durch zentrale Prüfungen sondern über das Leseverhalten, Ratings und Kommentare der Leser erfolgt.

4. Vernetzung

Die Blogosphäre lebt im Internet wie im Intranet von der Vernetzung von Blogbeiträgen über Hyperlinks und Kommentare, wobei an beidem in der Regel mehrere Personen mitwirken und nicht nur eine einmalige Verlinkung und Verschlagwortung vorgenommen wird. Rund um die Blogbeiträge und Kommentare bildet sich eine Blogger-Community, die zur Vernetzung im Unternehmen beiträgt, einem der wichtigsten Aspekte im firmenweiten Wissensmanagement überhaupt.

5. Einfache technologisch Basis

Während für sog. Wissensmanagementsysteme oft in umfangreichen Projekten komplexe Plattformen entwickelt und zentral bereitsgestellt wurden, können Weblogs relativ schnell und kostengünstig bereitgestellt werden, z.B. unter Einsatz von Wordpress, welches auch diesem Blog als Basis dient. Für einen umfassenden Einsatz im Unternehmen ist jedoch sehr zu empfehlen, aus Gründen der Sicherheit, Stabilität, Wartbarkeit und Skalierbarkeit Weblogs als zentalen Service im Unternehmensintranet anzubieten. Neben den bekannten Open Source Werkzeugen bietet sich dabei vor allem auch der Einsatz von Plattformen wie Atlassian Confluence und Microsoft Sharepoint an, die über praxistaugliche Blogging-Funktionen für den Unternehmenseinsatz verfügen. (Disclaimer: Wir bei Communardo beschäftigen uns u.a. genau mit diesen Dingen und werden dazu an dieser Stelle weiter berichten.)

5. Die Masse der Blogs schafft die Wissensbasis

Die dezentrale Erzeugung und Publikation von Blogbeiträgen führt zu einer neuen Herausforderung: Wie kann eine Integration in eine organisatorische Wissensbasis oder ein Gesamtüberblick über das gesammelte Erfahrungswissen gelingen. Dazu gibt es verschiedene erste Ansätze die geeignet kombiniert werden müssen:

  • Volltextsuche: Einbindung aller Weblogs in eine einheitliche, firmenweite Volltextsuche als Bestandteil einer zentralen Plattform (wie z.B. Confluence oder Sharepoint) oder als zusätzlicher Dienst
  • Social Bookmarking: Firmeninterne Nutzung eines Dienstes für Online-Lesezeichen, die wie bei del.icio.us von den Mitarbeitern angelegt und mit Schlagworten (engl. tags) charakterisiert werden. Über die Tags können dann Verzeichnisse relevanter Quellen angelegt und Volltext-Recherchen ausgeführt werden.
  • Mash-ups: Unter Verwendung von RSS (ein XML-Protokoll mit dem Namen Real Simple Syndication) können die Inhalte der Blogs in Intranet-Seiten integriert und mit anderen Inhaltsangeboten geeignet kombiniert werden.

Fazit:

Während zentrale Wissensmanagementsysteme oft aufgezwungen worden sind, kann der firmenweite Einsatz von Weblogs durchaus als befreiend empfunden werden. Aber auch der Umgang mit dieser Freiheit muss erlernt werden. Angefangen von der Kultur des Umgangs mit und der Kommunikation über dieses Medium bis hin zum professionellen Betrieb von unternehmensweiten Blogging-Plattformen.

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Hier für alle Teilnehmer und Interessierten unser heutiger Vortrag auf dem Forum Business Intelligence & Enterprise Information Integration (Halle 3, C45) zum Thema Wissensmanagement 2.0.

Wir bedanken uns für das große Interesse im Nachgang und stehen für die weitere Diskussion gern bereit.

 

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km20tools In den folgenden Artikeln unserer Reihe “Wissensmanagement im Enterprise 2.0″ soll die IT im Mittelpunkt stehen. Es geht darum, mit welchen Lösungsansätzen – oder genauer Softwarelösungen – aus dem Web 2.0 das Wissensmanagement in Unternehmen erfolgreicher unterstützt werden kann.

Wir haben dafür 8 Ansätze identifiziert, die allen Web 2.0 Enthusiasten gut bekannt sein werden, die aber in Unternehmen zumindest teilweise erst langsam bekannt werden und zur Anwendung kommen.

Während die folgenden die Ansätze im Detail die Anwendung der Tools für das betriebliche Wissensmanagement beleuchten werden soll dieser Artikel zunächst einen Überblick gewähren.

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90-9-1 Es ist ein alter Traum der Wissensmanager: “Stellt Euch vor es ist Wissensmanagement und alle machen mit…”. In der Tat wissen wir aus der Erfahrung mit allen Aktivitäten, die ein gewisses Engagement erfordern, dass die aktive Beteiligung in aller Regel sehr ungleich verteilt ist.

Jacob Nielsen hat in seinem Beitrag “Participation Inequality: Encouraging More Users to Contribute” eine 90-9-1 Regel aufgestellt:

“In most online communities, 90% of users are lurkers who never contribute, 9% of users contribute a little, and 1% of users account for almost all the action.”

 

Kurz übersetzt besagt diese Regel also, dass die Masse der Beiträge von einer verschwindend kleinen Menge an Nutzern stamm und nur einen geringer Teil weitere kleine Beiträge leistet. Die überwältigende Masse der Nutzer lediglich Nutznießer dessen sind, was andere produzieren.

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Barcamp Mitteldeutschland

Eine der letzten aber trotzdem gut besuchten Sessions vom barcamp in Jena wurde von Martin Koser zum Thema Wiki Patterns gehalten. In seiner Präsentation, sie übrigens direkt in einem Wiki erstellt worden ist, ging es vor allem um Erfahrungen bei der Einführung von Wikis und Social Software in Unternehmen und auch um das Buch “Wiki Patterns” von Stewart Mader. Martin Koser hat dazu auch eine Rezension veröffentlicht. Das Buch ist ein Sammelbecken von Ideen (auch im Wiki zum Buch nachzulesen) und kann auch keine endgültige Lösung anbieten.

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