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IMG_2208Eine der besten Keynotes auf der Enterprise 2.0 war “The Social, Mobile Web: Business Productivity in an Era of Twitter, Facebook, and Unified Communications” von Clara Shih, CEO von Hearsay Labs.

In ihrem Vortrag wird deutlich, wie Online-Dienste wie Facebook und Twitter derzeit unsere Welt verändern. Facebook hat mittlerweile über 300 Mio. Nutzer. Unter jungen Nutzern in den USA wird beobachtet, dass die E-Mail-Nutzung zugunsten von Facebook und anderen Diensten stark zurückgeht. Statt Mails oder SMS zu senden tauscht man sich heute im Netzwerk der eigenen Kontakten aus und das zunehmend mit mobilen Geräten mit Internet-Zugang, wie z.B. Apple iPhone oder Blackberry. Die Online-Identitäten aus Facebook und anderen Diensten können zunehmend genutzt werden, um einen persnalisierten Zugang zu anderen Online-Diensten zu erhalten, z.B. denen von TV-Sendern u.a. Das Internet wandelt sich von einem Netzwerk, welches aus Inhalten bzw. Webseiten besteht hin zu einem Netzwerk, welches primär aus Menschen besteht, die miteinander kommunizieren.

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Bei Techcrunch wurde vor einigen Tagen eine sehr detailliert Analyse der Nutzung des Online-Dienstes Twitter.com durch Robert J. Moore (RJMetrics) veröffentlicht. Angeregt durch die interessanten Ergebnisse in diesem Beitrag habe ich auf der Basis anonymisierter Daten eine kleine Analyse der Nutzung von Communote als internes Enterprise Microblogging-System in unserem Unternehmen vorgenommen. Die Daten basieren dabei auf der Nutzung unseres Microblogs im Zeitraum vom 01.10.2008 bis zum 30.09.2009, also von genau einem Jahr.

CommunoteWie wir Microblogging in unserem Unternehmen nutzen wurde u.a. in einer Enterprise 2.0 Fallstudie vorgestellt. Auch in diesem Blog berichten wir regelmäßig über Einsatzmöglichkeiten von Communote.

Die Ergebnisse der statistischen Auswertung unserer Nutzung des Microblogging-Systems möchte ich überblicksartig hier vorstellen und dabei mit einigenausgewählten Ergebnissen der Twitter-Analyse vergleichen. Erwartungsgemäß zeigen sich deutliche Unterschiede in den Details, nicht nur bei den Nutzerzahlen. Während Twitter nun ca. 50. Mio Nutzer weltweit aufweisen kann, sind in unserem Unternehmens-Twitter derzeit genau 68 Nutzer aktiv.

1. Grundsätzliche Nutzung

Robert Moore hat ermittelt, dass 38% der Twitter-Nutzer keinen einzigen, 75 % weniger als 10 Tweets gesandt haben. Bei Communardo sind es 12%, die bisher keine und 26%, die weniger als 10 Notizen eingestellt haben. Es bleibt also festzuhalten, dass der interne Microblog von etwas drei Vierteln aller Mitarbeiter aktiv genutzt wird.

2. Häufigkeit der Nutzung (Monatsbetrachtung)

Twitter wird nur durch 1 von 4 Nutzern mindestens einmal im Monat genutzt, also von 25%. Communote nutzen bei uns 75 % jeden Monat und 25% nicht jeden Monat.

3. Intensität der Nutzung

Während 38% der Twitter-Nutzer noch gar nicht getweetet haben, 37% weniger als 10 Tweets versandten, bleiben weitere ca. 13% der Twitternutzer unterhalb einer Grenze von ca. 50 Tweets. Die verbleibenden ca. 12 % der Nutzer zeigen ein aktiveres Verhalten.  (Details siehe TechCrunch)

Nutzungshäufigkeit von Communote (Einträge p.a.)Betrachtet man die Intensität der Nutzung unseres internen Communote-Systems ergibt sich ein anderes Bild: Während ca. 26% den Microblog quasi nicht nutzen, sind weitere 20 % mit weniger als 50 Notizen (ca. 1 pro Woche) als Wenig-Nutzer einzustufen. Das bedeutet aber auch, dass mit ca. 54% mehr als die Hälfte der Nutzer aktive Nutzer sind. Darunter ist eine Gruppe von ca. 40 %, die mit bis zu 300 Nachrichten im Verlaufe des letzten Jahres im Schnitt jeden Arbeitstag oder sogar mehrfach pro Tag mit eigenen Nachrichten befüllen. Eine letzte Gruppe der Power-User von etwa 10% haben zwischen 300 und 700 Einträge (bzw. 2-4 Mal pro Arbeitstag) erstellt, ca. 3 % der Nutzer sogar mehr als 1000.

Im Mittel wurden von den Micrblog-Nutzern bei Communardo zwischen 10 und 30 CommuNotes im Monat erstellt. Rechnet man die inaktiven Nutzer heraus, dann sind es etwa 20-35 Einträge, bei Glättung über 3 Monate etwa 15-26,  in grober Näherung etwa einmal pro Arbeitstag.

Fazit:

Die Ableitung allgemeingültiger Schlussfolgerungen für die Nutzung von Enterprise Microblogging verbietet sich an dieser Stelle aufgrund der zu geringen statistischen Basis. Die Vermutung, dass es dabei große Unterschiede zwischen der öffentlichen Nutzung von Twitter und dem internen Einsatz von Microblogs in Unternehmen gibt, wird durch die bei uns aufgefundenen Ergebnisse jedoch durchaus unterstützt.

Diese Zahlen zeigen auch, dass die bekannte 90-9-1 Regel von Nielsen (siehe auch den Beitrag “Die Ungleichverteilung der Akteure“) im Unternehmenskontext anders beurteilt werden muss. In unserem Microblog stammen 80% der Beiträge von ca. 25 % der Nutzer und ca. 25% tragen nichts bei. Das Verhältnis läge also bei 25-50-25 anstelle von 90-9-1.

Fragen:

Natürlich bleiben noch viele Fragen zur Diskussion offen:

  • Wie wird diese Entwicklung weiter gehen?
  • Wie sieht die statistische Verteilung für andere Medien, z.B. Wikis aus?
  • Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
  • Wo wird derzeit systematisch empirisch an solchen Fragen geforscht?

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Seit einigen Wochen ist das Thema Microblogging im Trend, seit kurzem vor allem dann, wenn es um den Einsatz für Unternehmen geht. Warum jedoch soll dieser meist öffentliche Austausch kurzer Nachrichten im SMS-Format unsere Geschäftswelt revolutionieren?

Die Begeisterung der Web 2.0 Welt für dieses Thema läßt schnell einen neuen Hype vermuten. Kaum vergeht ein Tag, an dem nicht ein neuer Microblogging-Dienst im Internet veröffentlicht wird, zunehmend vor allem auch Dienste für Unternehmen. So hat gerade Yammer.com den TechCrunch50 Award gewonnen. Jeremiah Owyang hat kürzlich eine Übersicht von Twitter-Tools für das Intranet vorgestellt, die durch die Beiträge der Kommentatoren immer länger wird. Bei genauerer Analyse wird deutlich, dass Tools wie Yammer entweder den Grundgedanken von Twitter.com entweder nur kopieren oder zumindest versuchen, für den Unternehmenseinsatz tauglich zu machen.

Was gibt es jedoch für Gründe, an einen nachhaltigen Erfolg von Microblogging in Unternehmen zu glauben?

Für den Erfolg braucht es Verständnis, Einfachheit, Wirtschaftlichkeit und vor allem einen hohen Nutzen:

  • Verständnis: Microblogging ist einfach zu verstehen, den jeder kennt Post-it-Notes, das persönliche Notizbuch oder Kladde und die SMS.
  • Einfachheit: Das Eintippen von wenigen Zeilen Text ist auch für weniger geübte noch zu bewältigen, via Webbrowser oder Smartphone.
  • Wirtschaftlichkeit: Ob Open Source oder Software as a Service, Microblogging Dienste sind schon heute schnell und kostengünstig einsetzbar.
  • Nutzen: “…optimiert die Kommunikation in Unternehmen und in Teams“. Soso ! Das wollten schon viele. Also doch nur ein Hype ?!

Es gilt also, den möglichen Nutzen von Microblogging im Unternehmen näher unter die Lupe zu nehmen. Dazu geben aktuelle Beiträge in der Blogwelt wertvolle Hinweise, z.b. von Joachim Niemeier bei Centrestage.de. Was wird aber nun den Nutzen von Microblogging in Unternehmen ausmachen? Hier meine Version der Argumente:

  • Micromessaging (Kurznachrichten): Microbloggen erleichtert ähnlich dem Instant Messaging die schnelle ad-hoc Kommunikation und sie entlastet die E-Mail, die wieder zum Medium für wichtige, asynchrone Botschaften werden wird. Aber Microblogging muss eben mehr sein, als nur Micromessagging.
  • Awareness / Serendipity (Aufmerksamkeit): Über den kontinuierlich oder in gewissen zeitlichen Abständen beobachtbaren Nachrichtenstrom des Microblogs gelingt es, den Überblick über eine Vielzahl von Aktivitäten im Unternehmen besser zu behalten.
  • Microdocumentation (Kurzdokumentation): Die strukturierte Aufzeichnung von Kurznachrichten ermöglicht eine kontinuierliche, nebenbei ohne Aufwand entstehende, zentral verfügbare Dokumentation von Ereignissen, Entscheidungen, Ideen, Lösungen etc. die bisher im allgemeinen Durcheinander von Notizen, E-Mail, Instant-Messages untergegangen sind oder zumindest nur mit hohem Aufwand erstellbar war.
  • Microlearning (Lernen in kleinen Einheiten): Die Verfügbarkeit einer bis dato nicht verfügbaren Mikro-Dokumentation erleichtert spätere Lernprozesse, z.B. bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter oder dem De-briefing von Projekten.

Daraus ergeben sich eine ganze Reihe von Einsatzgebieten für das Microblogging, wobei jedes für sich seinen eigenen Nutzen birgt. Hier einige Beispiele:

  • Kommunikation und Dokumentation in Projekten
  • Begleitung von Veränderungs- und Strategieprozessen im Management
  • Dokumentation von Kundenkontakten im Vertrieb und Support
  • Kontinuierliche Dokumentation von technischen Systemen, wie z.B. komplexen Anlagen oder IT-Systemen i.S.e. Maschinenhandbuchs
  • Schichttagebücher in der Produktion
  • die Koordination von Redaktionsprozessen im Team
  • u.v.a.m.

Reine Micromessaging-System wie z.B. Twitter, Yammer, Laconica oder Socialcast sind durch ihre Konzentration auf den schnellen Austausch von Kurznachrichten im Kontaktnetzwerk jedoch nicht geeignet, das volle Potential von Microblogging im Unternehmen zu heben.

Deshalb arbeitet derzeit ein Entwicklerteam bei Communardo mit Hochdruck an der Entwicklung eines Microblogging-Dienstes für Unternehmen. Communote.com wird wesentliche Ansätze von Blogging, Messaging und Tagging zu einem neuartigen Dienst kombinieren.

In den nächsten Wochen werden wir in diesem Blog und auf Konferenzen und Barcamps mehr über Communote und die betrieblichen Einsatzgebiete von Microblogging berichten.

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Während man sich im letzten Jahr viele Gedanken über die Definition von Enterprise 2.0 gemacht hat, so ist man sich inzwischen einig, dass Enterprise 2.0 mehr ist, als Web 2.0 in die Unternehmen einzuführen oder die Implementierung eines corporate Blogs oder Wikis. Interessantes dazu aus der Blogosphäre:

  • Eine 8-teilige Serie zum Einsatz von Blogs bei namics für das Wissensmanagement: wenn neue Mitarbeiter eingestellt werden, beim managen der Informationsflut, für Umfragen, für Management-Information. Die Serie wurde in Form von Videoposts produziert von Prof. Dr. Back Uni St. Gallen.
  • Die Präsentation von Björn Negelmann zeigt, dass Enterprise 2.0 nicht nur aus der Einführung von Blogs und Wikis besteht sondern es geht um Nutzerpartizipation, um kollektive Intelligenz und die Flexibilität zur Veränderung.

  • Eine Zusammenstellung von erfolgreichen Enterprise 2.0-Anwendungen in Unternehmen. Realisiert wurde u.a.: Intranet, Projektmanagement, Wikis, Blogs.
  • Einige Fallstudien aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen.
  • Wer sollte sich für Enterprise 2.0 interessieren? Mit der Nutzung von Web 2.0 in den Unternehmen verändern sich Verhalten, Kulturen, Kommunikation und damit Prozesse und Organisationsformen: ein Thema mit strategischer Bedeutung für Entscheider.
  • Die organisatorischen Umgebungen, in denen Projekte stattfinden, verändern sich: interdisziplinäre Teams müssen koordiniert werden, formale und informale Kommunikationsprozesse finden statt. Moderne Projektleiter kennen die Vorteile von Social Software Tools.
  • Die Vorteile und Barrieren für Enterprise Social Bookmaring: die Suche nach Experten, speziellem Wissen, diskutierten Themen und Inhalten; von Mitarbeitern geprägte Inhaltestrukturierung. Aber immer wieder wird die Frage nach der Unternehmenskultur gestellt.
  • Wie können Unternehmen Twitter produktiv einsetzen? Es werden sieben Einsatzmöglichkeiten vorgestellt, die vor allem damit zu tun haben, dass Mitarbeiter Informationen an ihre Community/Team senden, um die Kontinuität der Zusammenarbeit zu sichern.

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  • achimbode: #Microblogging im #Projektmanagement – deckt sich mit unseren Forschungsergebnissen in #4CforMedia...
  • DirkRoehrborn: Frisch gebloggt: Vortrag, Microblogging im Projektmanagement http://bit.ly/6vLajA This comment was...
  • fwhamm: Der IT-Gipfel 2009 – Hohe Erwartungen von Regierung, Unternehmen und Digital Natives http://bit.ly/5GIHLp...
  • communardo: Frisch gebloggt: @jeos zum 4. IT-Gipfel: Hohe Erwartungen von Regierung, Unternehmen und Digital Natives...
  • jeos: Der IT Gipfel 2009 – hohe Erwartungen von Regierung, Unternehmen und Digital Natives....

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