Dieser Blogbeitrag beinhaltet meine Notizen zu einer Panel-Diskussion auf der Enterprise 2.0 Konferenz zum Thema “The Future of Social Messaging in the Enterprise” moderiert von Irwin Lazar (Nemertes Resarch).
Teilnehmer waren Akiba Saeedi (IBM), Brett Shockley (Avaya), Dan York (Voxeo), David Sacks (Yammer), Eurgene Lee (Socialtext) und Vivek Khuller (Divitas).
Schon die Zusammenstellung der Panelisten zeigt, dass Social Messaging nun auch von den Anbietern von Sprachtechnologien aufgegriffen wird. Die Anbieter arbeiten ihren Anmerkungen zu Folge daran, Social Messaging in das Gesamtkonzept von Unified Communications zu integrieren. Auch Ideen wie z.B. Kurze Sprachnachrichten (i.S.v. 140 Zeichen) sowie die Konvertierung von Sprachnachrichten in Textnachrichten und umgekehrt kamen zur Sprache.
In diesem Blog ist an verschiedenen Stellen nachzulesen, daß Enterprise Microblogging eines der wichtigsten Themen von Communardo im Bereich Enterprise 2.0 ist. Die Session “Case Studies in Enterprise Microblogging” mit Irwin Lazar (Moderator, Nemertes Research), Brad Garland (Garland Group), Wim Hofland (Sogeti) , Dan York (voxeo) und Scott Mark (Medtronic) war daher ein Pflichttermin. Hier die Notizen zu dieser Session. (Im Foto sind die Personen von rechts nach links zu sehen.)
Die interessanteste Keynote am ersten Konferenztag der Enterprise 2.0 Conference in San Francisco hat Andrew McAfee [Blog] [Twitter] gehalten, der den Begriff “Enterprise 2.0″ geprägt hat.
Enterprise 2.0 breitet sich in diesem Jahr weiter aus, was auch daran zu erkennen ist, dass es in den USA nun an beiden Küsten eine Enterprise 2.0 Conference gibt und natürlich auch in Europa, z.B. in Deutschland und Dänemark.
Darüberhinaus nimmt die Anzahl der öffentlich publizierten Einsatzfälle deutlich zu. Andrew McAfee hebt dabei ganz besonders die Intelligence Community (Geheimdienste) in den USA hervor, die von ihrer bisherigen Philosophie einer umfassenden Geheimhaltung übergehen zu einer Philosophie, dass das Teilen von Wissen in der Organisation helfen kann, besser zu werden. Dies sei auch eine Erfahrung aus den dramatischen Ereignissen rund um den 11. September 2001.
Meine zweite Session auf der Enterprise 2.0 Conference behandelt Social Networking in Unternehmen. Mike Gotta [Twitter] [Blog] [LinkedIn] ist Analyst bei der Burton Group.
Hinweis: Die folgenden Notizen sind als Mitschrift der Session entsanden und repräsentieren daher nicht direkt meine eigene Meinung.
Unabhängig vom Titel der Session ging es nicht allein um das Thema “Networking”, sondern auch um Collaboration und Knowledge Management. Insbesondere werden diese Begriffe in der Praxis letztlich auch sehr austauschbar bzw. ungenau eingesetzt. Mike Gotta stellt die Ergebnisse einer Feldstudie in diesem Umfeld unter 65 Firmen vor. Hier die Zusammenfassung der Ergebnisse:
Folgende Themen wurden von den Befragten kaum benannt: Identitätsmanagement und die Kombination von Social Networking mit Unternehmenssuche. Artikel vollständig lesen »
Unter dem dem anspruchsvollen Titel “Highly Effective Strategies for Transforming Your Business in the 21st Century” hat Dion Hinchcliffe [Twitter] [Blog] [LinkedIn] einen Pre-Conference Workshop zur Enterprise 2.0 Conference angeboten. Es geht also nicht einfach um Technologie, sondern um die Veränderung von Geschäftsmodellen. Letztlich hat Dion Hinchcliffe einen sehr breiten Überblick über den Stand der Erkenntnisse zum Thema Enterprise 2.o gegeben. Die nachfolgenden Inhalte geben mehr den Inhalt seiner Präsentation wieder als meine eigenen Ansichten und sind als Mitschrift während der Veranstaltung entstanden.
Gestern hatte ich die leider nur kurze Gelegenheit das KnowledgeCamp 2009 in Karlsruhe zu besuchen, welches erstmalig von der Gesellschaft für Wissensmanagement organisiert worden ist. Auch wenn es nur ein Tag war, hat es mir gut gefallen – insbesondere hat Themenfokus auf Knowledge Management der Veranstaltung sehr gut getan.
Auf Basis unserer Erfahrungen beim Einsatz von Communote in den letzten 12 Monaten habe ich in einer Session vorgestellt, wie damit auch Wissensmanagement-Aspekte unterstützt werden. Dabei wird deutlich, dass es in diesem Bereich weiteren Bedarf an Forschung und konzeptioneller Weiterentwicklung von Microblogging-Lösungen gibt.
Die Präsentation steht bei Slideshare zur Verfügung:
Update: Dank www.lutzland.de ist die Aufzeichnung der Session jetzt auch bei Youtube verfügbar:
Am Mittwoch dieser Woche hatte ich auf Einladung von Prof. Joachim Niemeier die Gelegenheit, im Rahmen eines Workshops zum Thema “Enterprise 2.0″ zu unseren Projekterfahrungen in diesem Bereich vorzutragen. Ich hatte mich entschieden, aus ganz persönlicher Sicht über die Frage zu sprechen: Was macht Enterprise 2.o Projekte erfolgreich?
Herausgekommen ist eine Aufstellung von 10 Erfolgsfaktoren, die ich in Ergänzung zur auf Slideshare bereitgestellten Präsentation an dieser Stelle darlegen möchte.
1. Eine Vision aufzeigen
Enterprise 2.0 ist eher eine Art der Unternehmensführung als ein „Projekt“ oder eine IT-Anwendung. Es geht vor allem um eine Unternehmeskultur, die partizipative Führung, partnerschaftliche Zusammenarbeit, offene Kommunikation, ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Selbstorganisation und den Einsatz von modernen Kommunikationsmitteln des Web 2.0 verbindet.
Für viele Unternehmen bedeutet dies Veränderung, Schwierigkeiten überwinden, die Mitarbeiter vielleicht auf eine große Reise mitzunehmen, die Gefahren in sich birgt, vielleicht wie eine Reise über den Ozean.
Enterprise 2.0 lässt sich nicht generalstabsmäßig wie ein Projekt organisieren. Vielmehr sollte eine Vision von den Unternehmern bzw. vom Management formuliert werden und der Rahmen für die Umsetzung geschaffen werden, der von den engangierten Mitarbeitern genutzt werden kann.
2. Die bestehende Unternehmenskultur respektieren
Eine Kultur bzw. gewohnte Verhaltensweisen verändern sich nicht von heute auf morgen. Der Versuch, Veränderungen zu schnell und zu drastisch durchzusetzen wird oft mit offener Ablehnung bestraft. Das wäre wie „Sandschaufeln“ in der Wüste. Daher ist es wichtig, die vorhandene Kultur zu respektieren. Finden Sie Bereiche im Unternehmen deren spezifische Subkultur wie eine „Oasen“ offen für Veränderung bzw. neue Formen der Zusammenarbeit ist. Respektieren Sie den Wunsch nach Vertraulichkeit, z.B. durch die Gewährung von „Zugriffsschutz“. Fördern („gießen“) Sie zarte Pflänzchen offener Kultur und direkter Zusammenarbeit. Auf diese Weise werden gute Beispiele Schule machen und Sie werden erleben, wie zunächst verschlossene Teams sich öffnen.
Um das zu erreichen geht es vor allem darum, die richtigen Macher, Multiplikatoren und Pilotanwender zu finden. Worauf sollte man dabei achten: Sie sollten hinter der Vision stehen, diese selbst „leben“ und überzeugend weitergeben und dafür gut im Unternehmen vernetzt sein. Hilfreich ist oft eine gute Mischung aus „alten Hasen“ und „aufstrebenden Jungen“. Jemanden neu für die Einführung von “Enterprise 2.0″ einzustellen bringt selten den gewünschten Effekt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die frühzeitige und aktive Einbindung von Betriebsrat und Datenschutzbeauftragten. Die Kollegen haben meist ein großes Eigeninteresse, gute Ideen und sollten zu Mitgestaltern und nicht Verhinderern gemacht werden.
3. Aus Erfahrungen lernen und pilotieren
Die meisten Unternehmen haben bereits erste Erfahrungen gesammelt. Diese oft in sog. „U-Boot-Projekten“ getarnten Pioniere sollte man fördern und einladen, zu berichten. Auf diese Erfahrungen gilt es aufzubauen. Anstelle eines unternehmensweiten Projektes ist es oft ratsam, zunächst unter Einbezug der Pioniererfahrungen einen eigenen (etwas größeren) Piloten zu starten. Das ist wie beim Segeln, das man zunächst auf einer Jolle lernt.
Die Erfahrungen der „U-Boot-Projekte“ und Piloten müssen im nächsten Schritt genutzt werden, um größere ggf. unternehmensweite Vorhaben umzusetzen. Dabei nicht vergessen, die Pioniere und Piloten mitzunehmen. Das große Projekt muss die Anforderungen der Pioniere umsetzen, dann folgen auch weitere. Daten bestehender Systeme müssen ggf. migriert werden. Auf diese Weise wird von Beginn an eine kritische Masse geschaffen. Das schafft einen wichtigen Ausgangsnutzen für: den Einzelnen.
4. Der Mitarbeiter und nicht das Unternehmen steht im Mittelpunkt
Warum soll nun ausgerechnet der einzelne Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen? Die meisten Menschen tun am liebsten Dinge für sich selbst, die sie selbst im Großen oder die aktuelle Aufgabe im Kleinen voranbringen. Also aus Eigennutz, Pragmatismus oder Bequemlichkeit. Aktivitäten, die Kraft oder Zeit kosten müssen für den Mitarbeiter einen sofortigen Eigennutzen haben, z.B. ich schreibe etwas auf, damit ich es nicht vergesse. Ich dokumentiere, um weniger Fragen allzu oft beantworten zu müssen. Ich verschlagworte einen Internet-Link, damit ich ihn wiederfinde. Durch meine Kommunikation erreiche ich Aufmerksamkeit bei Vorgesetzten.
Web 2.0 Technologien ermöglichen uns, die (eigennützigen) Beiträge einzelner als Gesamtheit vielen zugänglich zu machen. Beispiele dafür finden sich regelmäßig in Wikis, Blogs und Microblogs.
5. Einfach statt komplex
Die Einfachheit avanciert zum Design-Paradigma in der Softwareentwicklung. Eine Softwareversion ist erst dann fertig, wenn man nichts mehr ohne Schmerzen weglassen kann und nicht erst dann, wenn man nichts mehr hinzufügen kann. Was sollte nun aber Teil einer Enterprise 2.0 Plattform sein?
Weblogs sind Online-Tagebücher, die Mitarbeiter nutzen, um für sich selbst etwas aufzuschreiben, anderen etwas mitzuteilen oder einfach nur aufzufallen.
Wikis sind im Web erstellte Dokumente, die ich schnell und einfach schreiben, gut verknüpfen und auch noch gemeinsam bearbeiten kann.
Microblogs nutzen wir um wichtige Notizen und Mitteilungen aufzuschreiben und auszutauschen. Das erhöht die Transparenz im Unternehmen und senkt die E-Mail-Flut.
Tags helfen, den Überblick zu behalten. Es ist einfach, Tags zu vergeben. Werden Tags an vielen Stellen verwendet, dann kann auf Basis dieser Tags nicht nur ein Inhalt gefunden werden, sondern gerade auch die Personen, die hinter den Themen und Inhalten stecken. Tagclouds geben einen guten Überblick über die bisherigen oder aktuellen Themen eines Projektes, Bereiches oder einer Person.
Diese einfachen Werkzeuge gilt es zu einem leistungsfähigen Ganzen zu kombinieren!
6. In die bestehende IT-Landschaft integrieren
Enterprise 2.0 ist keine alleinstehende Applikation. Wichtig ist, die Kommunikationswerkzeuge in bestehende häufig genutzte Systeme zu integrieren, insb. in Intranet-Portale. Ein Anbindung an das zentrale Nutzerverzeichnis via LDAP senkt die Eintrittsschwelle, besser noch ist ein Single-Sign-On. Das Übernehmen von Kontaktdaten und Bildern bringt von Beginn an einen menschlichen Bezug in die neue Plattform.
7. Die IT-Abteilung als Dienstleister verstehen
Web 2.0 Dienste wie Blogs, Wikis, Microblogs etc. sollten von der IT als Self-Service für die Mitarbeiter angeboten werden. Die Einrichtung neuer Wikis/Blogs für eine Abteilung ist damit sofort und ohne Mehrkosten möglich. Dafür braucht es zentral betriebene, leistungsfähige und sichere Enterprise 2.0 Plattform. Diese kann entweder auf Basis von umfassenden Standardplattformen (Sharepoint, Liferay, Atlassian Confluence, Jive Clearspace, Socialtext, Wordframe u.a.) oder auch als Mashup von „best-of-breed“ Werkzeugen angeboten werden. Wichtig ist dabei vor allem ein Single-Sign-On und ggf. ein vereinheitlichtes Oberflächen-Design auf Basis des CI/CD des Unternehmens.
Das kontinuierliche Ausprobieren neuer Ideen ist Teil von Web 2.0 und soll der stetigen Fortentwicklung dienen. Oftmals wird „beta“ als Ausrede verstanden, wenn mal etwas nicht funktioniert. Dies ist eine folgenschwere Fehlkalkulation. Enterprise 2.0 Applikationen betreffen den Lebensnerv des Unternehmens. Oftmals werden bereits frühe Testinstallationen intensiv im Tagesgeschäft genutzt. Daher dürfen solche Applikationen nicht „unter dem Schreibtisch“ betrieben werden sondern müssen zentral abgesichert und als „unternehmenskritisch“ eingestuft werden. Dazu gehören Ausfallsicherheit, Backup, Performance und zeitnahe Wiederherstellung im Fehlerfall !
8. Kreative Freiräume schaffen
Der letzte Punkt steht nur scheinbar im Widerspruch zum kreativen Ansatz eines Enterprise 2.0. Als Ergänzung zum stabilen Betrieb einer Plattform sollte Freiraum für die stetige Weiterentwicklung geschaffen werden. Dafür braucht es Testsysteme zum Ausprobieren neuer Tools und Ansätze und einen stabilen Releaseprozesse, der es ermöglicht, Neuerungen regelmäßig und mit abgesicherter Qualität in den Wirkbetrieb zu überführen.
9. Der Selbstregulation vertrauen
Kennen Sie Trampelpfade? Wege in Parks kann man nicht planen. Sie entstehen oft von ganz allein an den Stellen, wo sie wirklich benötigt werden. Kluge Landschaftsgärtner legen daher die Wege erst später dort an, wo sie von allein entstehen. Ähnlich verhält es sich oft mit der Strukturierung von Inhalten in kollaborativen Systemen. Dort gilt es selbstorganisierte Strukturen zulassen, z.B. via Tagging und Folksonomien. Die Vorgabe grober top-level Strukturen als Taxonomie kann dabei der besseren Orientierung dienen. Hier gilt es die richtige Balance zu finden.
Von den in der Vergangenheit aufwändig gepflegten komplexen Berechtigungsstrukturen gilt es abzusehen. Es hat sich bewährt, mehr Freiheit zu gewähren und (selten auftretende) Ausnahmefälle im Dialog zu lösen. Das schließt „Führung“ ganz bewusst nicht aus.
10. Mund-zu-Mund Propaganda statt “Roll-out”
Ein klassisches Roll-out von Enterprise 2.0 ist nicht möglich. Eine marktschreierisch umworbene oder per Dienstanweisung angeordnete Einführung bringt meist nicht den gewünschten Erfolg. Die Vermarktung von Enterprise 2.0 Systemen sollten die Nutzer vielmehr selbst übernehmen. Zum Beispiel, in dem ein spannendes Thema (z.B. ein Strategieprojekt) auf der Plattform erarbeitet wird, an dem möglichst viele teilhaben oder mindest Neugierde zeigen. Oder indem Geschäftsführer oder Unternehmer über ihre aktuellen Themen im Weblog berichten und vor allem auch dort Rede und Antwort stehen. Oder indem man aus einem solchen Werkzeug, etwas ganz besonderes “Exklusives” macht, was andere anlockt.
Zum Schluss: Mit gutem Beispiel vorangehen
Das wichtigste vor allem ist, selbst aktiv zu sein und die Kultur des Enterprise 2.0 vorzuleben. Dies gilt insbesondere für Führungskräfte, die in den Dialog frühzeitig eingebunden werden müssen. Durch Ihr Beispiel im Umgang mit Social Software werden die Mitarbeiter am meisten motiviert.
Die Session zum Enterprise 2.0 ist spontan entstanden und fand in der Kantine statt. Mangels eines nutzbaren Beamers schauen wir uns die Präsentation im Frogpond-Wiki von Martin Koser an! Immerhin sind 12-15 Teilnehmer da und eindeutig die höchste Laptop-Dichte.
Martin Koser spricht zum Thema Unternehmenskultur als Grundvoraussetzung für Enterprise 2.0. Das scheint ein Henne-Ei-Problem zu sein. Aber: nicht erst auf den Kulturwandel warten, bevor Enterprise 2.0 gestaret wird. Enterprise 2.0 ist eher ein Weg als ein Ziel. Seite 19 im Wiki zeigt harte und weiche Faktoren für die Unternehmenskultur nach Peters und Waterman. Die IT ist heute leichtgewichtig und beherrschbar, die Kultur schwerer zu verändern.
Um Enterprise 2.0 zu meistern, braucht es personelle, strukturelle, informationelle und technische Infrastruktur. Der Vortrag geht dann schnell wieder auf die Frage der Kultur über mit dem Hinweis, dass für Social Media, wie z.B. Corporate Blogging, in Unternehmen Regeln vorhanden sein sollten, die den Rahmen für die Nutzung bieten. Dabei geht es weniger um Reglementierung, sondern darum einen grundlegenden Rahmen zu schaffen, die dann durch kritische Selbstkontrolle der Mitarbeiter umgesetzt werden.
Enterprise 2.0 erfordert eine Veränderung von Prozessen und Arbeitsweisen. Oft wird gefordert, dies nur schrittweise zu tun, weil es anders nicht zu bewältigen ist. Frank Hamm wirft (richtigerweise) ein, dass kleine Schritte aber dann dazu führen, dass die Chancen dann nur ungenügend genutzt werden kann. Ein bewährter Weg ist es, Leute zu finden und zu gewinnen, die als Multiplikatoren die richtigen Kompetenzen mitbringen, um neue Formen der Zusammenarbeit im Unternehmen zu fördern. Dies ist eine langfristige Sache, die Geduld braucht. Ein Kick-Off unter dem Motto “Ab heute sind wir alle anders” hilft nicht weiter, da der Rückfall in das bisherige gewohnte Verhalten schnell erfolgt.
Zwischenfazit: Es ist eine zentrale Frage der Unternehmensführung, die Unternehmenskultur zu gestalten.
Aufgrund meiner eigenen Session muss ich leider nun abbrechen. Weitere Berichte folgen.
Die Masse der Themen kommen zwar aus dem Umfeld von Technik, Blogging und Marketing. Aber wie immer interessieren uns alle Themen rund um Enterprise 2.0. Die Teilnehmer mit Interessen aus diesem Bereich ist zwar etwas kleiner, aber dafür sind interessante Gesprächspartner dabei.
Die Session von Constantin Gonzales von Sun Microsystems zum Thema “Vom Mitarbeiter zum Mitmacher” über seine Erfahrungen bei Sun mit Web 2.0 für die Mitarbeiter bot einen guten Einstieg. (Ein anderer Vortrag von ihm findet sich hier.)
Constantin selbst ist Technologieberater, aber seit geraumer Zeit mit Social Media befasst. Eingangspräsentation rund um den Gedanken “Connect-Share-Reuse”, das gilt nicht nur intern, sondern vor allem auch über die Firmengrenzen hinaus. Gutes Beispiel der Erfolg von MySQL. Gerade in Zeiten der Rezession (die wir hier jetzt nicht herbeireden wollen) gilt, dass man nicht alles noch einmal erfinden muss und besser Vorhandenes nutzen sollte. Etwas Eigenwerbung für Sun muss sein: Sun gibt viel in die OpenSource Community, nach einigem Zögern Java, StarOffice/OpenOffice, OpenSolaris etc. und baut rundherum eine Community auf.
Bei Sun gibt es eine Corporate Blog Plattform, http://blogs.sun.com/, auf der jeder Sun Mitarbeiter ohne vorherige Freigabe im Internet bloggen kann. Es gibt nur einige Blog Regeln, deren Einhaltung über eine Art freiwillige Selbstkontrolle überwacht wird. Dazu weisen sich eben vor allem die Mitarbeiter gegenseitig aufeinander hin. Interessanter Hinweis: Sun bemüht sich derzeit, die US Börsenaufsicht zu überzeugen, dass Ad-hoc-Mitteilungen via Blog ebenso gültig sind wie im bisherigen Fax/Telex-Format. Die Statistik zeigt derzeit 4820 Blogs bei 30.000 Mitarbeitern, das sind immerhin 16 Prozent! Constantin weist klar darauf hin, dass Blogging ein schlagkräftiges Marketinginstrument bei geringstem Budget ist. Das hilft eben vor allem auch den normalen Mitarbeiter, die eben nicht erst ein Marketing-Budget beantragen müssen.
Darüberhinaus gibt es eine separate Initiative in Deutschland. Unter www.systemhelden.com gibt es ein Deutsches Portal für Sysadmins, insbesondere mit Podcasts, die natürlich vor allem von Technikern genutzt werden. Und spontan gibt es ein Feedback und Lob von einem Session-Teilnehmer.
Intern hinter der Firewall nutzt Sun eine Plattform “SunSpace” auf Basis von Atlassian Confluence mit Social Network, internen Support Communities, Dokumentenmanagement. Besonders interessant ist dabei die “Community equity” und die “Participation Equity”, einer Art Währung oder Punkte, die man erhält, wenn man selbst beiträgt oder Inhalte von der Plattform nutzt. Die Punktestände werden aber nur dem Nutzer selbst gezeigt und nicht den Kollegen, um Datenschützern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das Confluence-System ist derzeit im Pilotstadium und war auch live zu sehen. Jeder Nutzer hat eine Visitenkarte, kann selbst Communities eröffnen. Beiträge können bewertet und kommentiert werden. Besonders von Nutzern nachgefragtes Feature ist der Zugriffsschutz für vertrauliche Themen. Feeds von Twitter.com können eingebunden werden. Social Bookmarking wird über ein anderes internes System angeboten, einem Nachbau von del.icio.us, der aber in die Community-Plattform zukünftig integriert werden soll. Die Frage nach einer Art Slideshare wurde auch angegangen und zwar über den Sun Learning Space.
Fazit: Eine spannende Session mit einem guten Beispiel von Intranet 2.0 im Unternehmen, auch wenn auch bei Sun die Nutzung von SunSpace erst in den Anfänge ist.
PS: Viele Gemeinsamkeiten mit dem TeamWeb bei T-Systems MMS an dem wir konzeptionell und technisch intensiv mitgearbeitet werden. Hier der Hinweis zu einem Video von den Machern bei der MMS. Mehr dazu später in unserem Blog.
Weitere Liveberichte auch von Martin Koser im frogpond.
In den letzten Monaten haben wir bei Communardo viel mit Social Software experimentiert. Wikis, Blogs & Co. spielen sowohl in unseren Kundenprojekten (z.B. zum Intranet 2.0) als auch in unserer eigenen IT-Landschaft eine immer wichtigere Rolle. Gerade in unserer eigenen Praxis im Unternehmen spüren wir einen zunehmenden Drang, den Umgang mit Mikro-Inhalten (Kurznachrichten, Notizen, Hinweisen, Hyperlinks) besser handhabbar zu gestalten. E-Mail, Instant Messaging und persönliche Dateiablagen sind einfach nicht der richtige Ort dafür.
Der Gedanke, Twitter oder einen vergleichbaren Dienst einzusetzen ist ebenso charmant wie unpassend. Während die Stärken von Twitter im Aufbau und der Pflege menschlicher Netzwerke und sicherlich auch im Marketing liegen, so wenig ist es (nach unseren Anforderungen) für den Einsatz im Unternehmen geeignet. Anstelle der auf Personen (“follow”) ausgerichteten Kommunikation geht es uns um themen-orientierte Kommunikation. Eine gewisse Ordnung und Struktur brauchen wir ebenso wie Vertraulichkeit & Zugriffsschutz (thematisch!) und die dauerhafte Speicherung von Inhalten. Alles das vermissen wir bei Twitter schmerzlich und sind auch mit den zusätzlich einsetzbaren Diensten einfach nicht zufrieden.
Aus diesem Grunde hat sich ein Entwicklerteam von Communardo an die Arbeit gemacht, eine eigene Microblogging-Software zu entwickeln. Inspiriert haben uns vor allem erste Tests von Projektblogs auf Basis von WordPress mit dem Prologue Theme und die Möglichkeiten, die uns Ajax & Co. im Frontend und Java im Backend bieten, um eine Kommunikationsplattform zu schaffen, die firmenweites, auf Arbeitsthemen orientiertes Microblogging möglich macht.
Wir sind begeistert von unserem Ergebnis und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, die z.B. hier und hier und hier diskutiert worden sind. Daher haben wir uns entschlossen, aus den Ergebnissen dieses internen Entwicklungsprojektes nun einen Online-Service aufzubauen – communote.com.
Derzeit arbeiten wir intensiv am Aufbau einer mandantenfähigen Internetplattform und werden in einigen Wochen interessierten Nutzern die Möglichkeit zum Test von communote ermöglichen. Bis dahin besteht die Möglichkeit, sich unter communote.com vormerken zu lassen. In der Zwischenzeit werden wir hier in unserem Blog unter dem Schlagwort ‘communote‘ und via www.twitter.com/communote regelmäßig über Features und Einsatzbereiche berichten. Soviel vorab: Communote vereint viele gute Ideen des Bloggens, Taggens und Filterns. Hier ein erster Eindruck:

Viele Hände helfen mit am Aufbau von communote.com. Daher an dieser Stelle ein großes Dankeschön an Torsten, Martin, Stefan, Ronny, Markus, Katja, Tobias, Falk, Martin, Jens, René, Niels, Daniela, Sebastian, Ilja und alle die die im Hintergrund dazu beigetragen haben!
| Alexander Richter: Eine gute Zusammenfassung von und hilfreiche Ergänzung zu aperto. Toll! Dankeschön! |
| Frank Wolf: Danke für die ausführliche Besprechung und ein erfolgreiches Neues Jahr! |
| Tino Schmidt: Folgende Kernaussagen lassen sich für mich aus dem Interview ableiten: Ein zentraler Punkt... |
| Lydia Heydel: Hallo Herr Roell, danke für Ihr Feedback. Hier ein Beispiel, was Ihnen vielleicht bei Ihren... |
| Martin Roell: Danke für das Interview. Die Antworten auf die Fragen danach, wie sich die Arbeit konkret... |