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Dirk Röhrborn

Bei der Einführung von Wissensmanagement in Unternehmen wurden in der letzten Jahren vor allem kulturelle Aspekte, Geschäftsprozesse und umfassende, meist zentralisierte, IT-Lösungen für den Aufbau unternehmens- oder zumindest fachbereichsweiter Wissensdatenbanken in den Mittelpunkt der Aktivitäten gestellt. Der einzelne Mitarbeiter wurde vor allem als Quelle von Wissen betrachtet, welches er zur Wissensbasis beitragen sollte, wobei oftmals ein strenger Qualitätssicherungsprozess vor dem Veröffentlichen eines Eintrags in der Wissensbasis stand. Als Gegenwert stand das Angebot, die Wissensbasis auch für die eigenen Zwecke nutzen zu dürfen. Im Nachhinein betrachtet ist es wenig verwunderlich, dass das 90-9-1 Phänomen nach Nielsen hier seine Wirkung im negativen Sinne entfaltet hat und dadurch die eher eingeschränkte Beteiligung an der Inhaltsproduktion zum Scheitern vieler Systeme an der notwendigen kritischen Masse geführt hat.

Bei der Betrachtung des organisationen Wissensmanagements wurden die Bedürfnisse des Wissensarbeiters an sich oftmals schlicht vergessen. Nichtzuletzt deshalb wird derzeit verstärkt über das “persönliche” Wissensmanagement diskutiert, wie z.B. in unserem Vortrag auf dem Barcamp in Jena und in diesem Weblog. Von der überbetont unternehmensweiten Perspektive wird also zu einer betont persönlichen Perspektive übergegangen.

Ein möglicher Lösungsansatz für das persönliche Wissensmanagement besteht in der Nutzung von Weblogs. In ihrer Grundform als einfaches, chronologisches Internet-Tagebuch einer Person stellt es eine besonders persönliche Form der Online-Kommunikation dar. Jochen Robes schreibt in seinem Blog ausführlich darüber, auf welche Weise Wissensarbeiter Weblogs einsetzen können. Ich möchte an dieser stelle beleuchten, worin nun der Unterschied zwischem “klassischen” Wissensdatenbanken und dem Einsatz von Weblogs im Unternehmen liegt?

1. Persönliches Interesse als primäre Motivation des Autors

Während bei klassischen Wissensdatenbanken Inhalte eher nach einer zentralen Vorgabe i.S.e. betrieblichen Anforderung erstellt wurden, wird ein bloggender Mitarbeiter sich vor allem Themen widmen, die aus seiner ganz spezifischen Tätigkeit stammen, denen er sich für eine gerade aktuelle Problemstellung widmet oder für die ganz allgemein sein Interesse gefunden haben. Durch die persönliche Note gewinnen Blogbeiträge eine hohe Authentizität – und die Persönlichkeit des Autors wird durch die Blogbeiträge im Unternehmen geprägt und bekannt.

2. Individuelle Formate

Zentrale Wissensdatenbanken enthalten oftmals gut strukturierte Dokumentationen von Fakten, Quellen und Vorgehensweisen oder Best Practices. Demgegenüber sind Weblogs eher von Mikroartikeln über persönliche Erkenntnisse und Erfahrungen, aber auch von Meinungen und Thesen geprägt, die über das Weblog zur Diskussion gestellt werden. Manche Blogger nutzen Weblogs auch, um ihre eigenen Erkenntnisse geeignet zu strukturieren und zu dokumentieren.

3.  Feedback als Qualitätssicherung

Anstelle von Reviews und Freigabeprozessen steht bei Weblogs das Feedback der Leser im Mittelpunkt. In seinem Weblog kann ein Autor alles veröffentlichen, egal ob frühreif oder fundiert. Einmal publiziert ist der Inhalt dann einem mitunter schonungslosen Diskurs ausgesetzt, wobei eine Bewertung nicht durch zentrale Prüfungen sondern über das Leseverhalten, Ratings und Kommentare der Leser erfolgt.

4. Vernetzung

Die Blogosphäre lebt im Internet wie im Intranet von der Vernetzung von Blogbeiträgen über Hyperlinks und Kommentare, wobei an beidem in der Regel mehrere Personen mitwirken und nicht nur eine einmalige Verlinkung und Verschlagwortung vorgenommen wird. Rund um die Blogbeiträge und Kommentare bildet sich eine Blogger-Community, die zur Vernetzung im Unternehmen beiträgt, einem der wichtigsten Aspekte im firmenweiten Wissensmanagement überhaupt.

5. Einfache technologisch Basis

Während für sog. Wissensmanagementsysteme oft in umfangreichen Projekten komplexe Plattformen entwickelt und zentral bereitsgestellt wurden, können Weblogs relativ schnell und kostengünstig bereitgestellt werden, z.B. unter Einsatz von WordPress, welches auch diesem Blog als Basis dient. Für einen umfassenden Einsatz im Unternehmen ist jedoch sehr zu empfehlen, aus Gründen der Sicherheit, Stabilität, Wartbarkeit und Skalierbarkeit Weblogs als zentalen Service im Unternehmensintranet anzubieten. Neben den bekannten Open Source Werkzeugen bietet sich dabei vor allem auch der Einsatz von Plattformen wie Atlassian Confluence und Microsoft Sharepoint an, die über praxistaugliche Blogging-Funktionen für den Unternehmenseinsatz verfügen. (Disclaimer: Wir bei Communardo beschäftigen uns u.a. genau mit diesen Dingen und werden dazu an dieser Stelle weiter berichten.)

5. Die Masse der Blogs schafft die Wissensbasis

Die dezentrale Erzeugung und Publikation von Blogbeiträgen führt zu einer neuen Herausforderung: Wie kann eine Integration in eine organisatorische Wissensbasis oder ein Gesamtüberblick über das gesammelte Erfahrungswissen gelingen. Dazu gibt es verschiedene erste Ansätze die geeignet kombiniert werden müssen:

  • Volltextsuche: Einbindung aller Weblogs in eine einheitliche, firmenweite Volltextsuche als Bestandteil einer zentralen Plattform (wie z.B. Confluence oder Sharepoint) oder als zusätzlicher Dienst
  • Social Bookmarking: Firmeninterne Nutzung eines Dienstes für Online-Lesezeichen, die wie bei del.icio.us von den Mitarbeitern angelegt und mit Schlagworten (engl. tags) charakterisiert werden. Über die Tags können dann Verzeichnisse relevanter Quellen angelegt und Volltext-Recherchen ausgeführt werden.
  • Mash-ups: Unter Verwendung von RSS (ein XML-Protokoll mit dem Namen Real Simple Syndication) können die Inhalte der Blogs in Intranet-Seiten integriert und mit anderen Inhaltsangeboten geeignet kombiniert werden.

Fazit:

Während zentrale Wissensmanagementsysteme oft aufgezwungen worden sind, kann der firmenweite Einsatz von Weblogs durchaus als befreiend empfunden werden. Aber auch der Umgang mit dieser Freiheit muss erlernt werden. Angefangen von der Kultur des Umgangs mit und der Kommunikation über dieses Medium bis hin zum professionellen Betrieb von unternehmensweiten Blogging-Plattformen.

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Dirk Röhrborn

Im Mittelpunkt unserer diesjährigen Cebit-Präsenz steht steht das Thema Intranet 2.0. Diese Präsentation beschreibt, welche Dienste ein Unternehmensintranet heute haben sollte.

Auf der Cebit (Forum BI&EII, Halle 3, Stand C45, Nr. 12) können Sie sehen, wie mit Portaltechnologien (insb. Microsoft Sharepoint) und Enterprise Wiki-Plattformen (insb. Atlassian Confluence) Intranets der neuen Generation erstellt werden können. Oder Sie probieren es einfach einmal direkt aus.



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Ilja Hauß

ConfluenceWir sind mit Atlassian, einem australischen Software-Haus, das mit der Enterprise Wiki-Lösung „Confluence” zu den führenden Anbietern in diesem Bereich zählt, eine Vertriebspartnerschaft eingegangen. Das Produkt passt in unser Portfolio, aber vor allem gefällt uns an Atlassian: Atlassian verbindet mit Confluence auf einzigartige Weise die Vorteile einer lebendigen Entwickler-Community mit dem Angebot eines professionellen Supports zu einem attraktiven Preis.

In Vorbereitung auf die CeBIT 2008, auf der wir das Enterprise Wiki Confluence und Einsatzmöglichkeiten im Wissensmanagement und in Zusammenhang mit Sharepoint vorstellen werden, wollte ich hier vorab noch einige Informationen aus der Blogwelt zu Atlassian zusammenstellen, die aus meiner Sicht zeigen, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben:

  • Obwohl Sharepoint einen eigenen Wikiservice hat, wird nun das Wiki von Atlassian, Confluence, integriert. Da fragt man sich sicher, warum? Confluence war einfach besser als das Wiki von Sharepoint und „Microsoft’s customers were asking it to support Atlassian’s“. Aber wie es zu dieser Partnerschaft von David Confluence mit Goliath MS-Sharepoint kam, erzählen Jeffrey Walker, der Präsident und Mike Cannon-Brookes, CEO von Atlassian im Interview mit Robert Scoble in eigenen Worten im folgenden Video.

    Your browser does not support JavaScript. This media can be viewed at http://www.podtech.net/home/4392/microsoft-partners-with-atlassian-over-sharepoint-wiki

  • Zur Integration von Confluence und Sharepoint stellt Jeffrey Walker in seinem Blog Radiowalker folgende Keyfeatures vor: „The Connector is available today with:
    • Search: Users can search SharePoint and Confluence content together from one place.
    • Content sharing: From within SharePoint, users can embed Confluence page contents allowing users to blend content.
    • Linking: Within Confluence, users can access SharePoint document facilities. By including SharePoint lists and content within Confluence, users, in a single click, can edit Microsoft Office documents.
    • Single Sign-On and Security: With one login, users can access both systems while seeing only what they have permission to view.”
  • Wie das ganze dann aussehen kann, sieht man an diesem Beispielscreen:

Screenshot

  • Natürlich können Sie auch im Blog von Atlassian dies alles und weiteres über die Entscheidung und Kooperation mit Microsoft lesen.
  • Die Reaktion der Blogosphäre war überwiegend positiv beeindruckt. Zwei Stimmen dazu:
    • Die Konfluenz zweier Welten: “the flow-oriented thinking and collaboration, represented by Confluence, the market-leading enterprise wiki, and the more traditional approach of documents, lists, folders, represented by Microsoft SharePoint. Or perhaps it’s a right-brain / left-brain thing.”
    • Die Befreiung der Organisationen von einer One size fits all Mentalität: “enables them to let people choose the best tool for their work – with the knowledge that no matter what they choose the tools will work together.”
  • Ein Best Practice Case zur Entwicklung und Einführung eines Intranets auf Basis von Confluence wird bei engineer exzellent und detailliert beschrieben. Heute integriert dort das Intranet neben einer Menge von Inhalten auch den direkten Zugang zu Data Warehouse, CRM und internen operativen Systemen. Ein gutes Beispiel für Enterprise 2.0.

Über unsere eigenen Erfahrungen und Best Practice Beispiele im Zusammenhang mit Confluence und der Beziehung zu Atlassian werden wir im weiteren Verlauf hier in diesem Blog berichten.

Zur Pressemitteilung.

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  • Frank Wolf: Danke für die ausführliche Besprechung und ein erfolgreiches Neues Jahr!
  • Tino Schmidt: Folgende Kernaussagen lassen sich für mich aus dem Interview ableiten: Ein zentraler Punkt...
  • Lydia Heydel: Hallo Herr Roell, danke für Ihr Feedback. Hier ein Beispiel, was Ihnen vielleicht bei Ihren...
  • Martin Roell: Danke für das Interview. Die Antworten auf die Fragen danach, wie sich die Arbeit konkret...
  • Klemens Keindl: Ihre Lösung überzeugt mich sehr. Die Vorteile die ich im Unterschied zu üblichen Mitarbeiter-...

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