Vom 01. – 03. September fand in Graz (Österreich) mit ca. 500 Teilnehmern zum 10. Mal die I-KNOW, eine internationale Konferenz für Wissensmanagement statt. Neben dem englischsprachigen, wissenschaftlich ausgerichteten Vortragsprogramm bot das I-KNOW Praxisforum Führungskräften, IT-Entscheidern und Wissensmanagern ein umfassendes Programm an deutschsprachigen Praxisvorträgen aus der Wirtschaft.
Die Communardo Software GmbH war hier mit einem Vortrag zu „Awareness schaffen mit Enterprise Microblogging – Wie Kurznachrichten zur besseren Kommunikation und Wissensaustausch im Unternehmen führen“ vertreten.
Bevor ich auf meinen Vortrag eingehe möchte ich zuerst einmal meine persönlichen Eindrücke insbesondere zum Praxisforum der I-KNOW teilen. Soviel vorweg; ich war von der gesamten Konferenz, dem Praxisforum sowie der Organisation (bis auf das schlechte WLAN
) sehr angetan.
Denkanstösse auf dem Praxisforum
Meine volle Aufmerksamkeit habe ich während der ersten beiden Konferenztagen den Tracks „Web 2.0 und Unternehmen“ „Innovation 2.0“ und natürlich „Enterprise 2.0“ gewidmet.
Angefangen von dem sehr „analogen“ Vortrag (in Bezug auf Stil und Methodik) Artikel vollständig lesen »
In einem Interview für den Visuelle PR Blog beantwortet Dirk Röhrborn, Communardo Software GmbH, Fragen zum Einsatz und Mehrwert von Web 2.0 Technologien in Unternehmen sowie der eigenen Social Media Strategie von Communardo. Wesentliche Aspekte dieses Interviews sind im Folgenden zusammengefasst.
Der Kommunikationsbedarf in Unternehmen steigt erheblich. Die zunehmende Komplexität von Technologien und Prozessen erhöht den Abstimmungsaufwand und erfordert gleichzeitig mit einer wachsenden Anzahl von Ansprechpartnern zusammenzuarbeiten. Schnelle Ergebnisse und die effiziente Entscheidungsfindung sind auf Basis der Vielzahl an Informationen und beteiligten Personen mit alt hergebrachten Werkzugen, wie bspw. Email, heute nicht mehr zu erzielen. Daher setzt sich der Einsatz von Wikis, Microblogging und Netzwerkplattformen auch innerhalb von Unternehmen durch. Ein wesentliches Ziel ist dabei die Kommunikation in Projekten, in organisationsübergreifenden Prozessen und in der Unternehmensführung deutlich effizienter zu gestalten. Mehr dazu finden Sie im vollständigen Interview für den Visuelle PR Blog.
Welche Technologie letztendlich zum Einsatz kommt, ob beispielsweise ein spezialisiertes Enterprise Wiki System, wie z.B. Atlassian Confluence, ein umfassender Portal Framework, wie z.B. Microsoft SharePoint, oder ein Enterprise Microblogging System wie Communote, ist von den vorherrschenden Arbeitsprozessen und der Social Media Strategie des Unternehmens abhängig. Entscheidend für den Erfolg ist letztendlich, dass Sich die einzelnen Werkzeuge geeignet ergänzen, wie z.B. das Wiki für die Inhaltserstellung bzw. Dokumentation und das Microblogging System für die Kommunikation über Themen, Aufgaben, Inhalte und Dokumente.
Die Akzeptanz solcher Systeme wird hauptsächlich von der Führungskultur beeinflusst. Die Bereitschaft zur offenen, verantwortungsvollen Kommunikation sowie zur Weitergabe von Wissen wird letztendlich dadurch geprägt, wie Führungskräfte mit Wissen, Kritik sowie Informationen umgehen und Enterprise 2.0 vorleben.
Für die Communardo Software GmbH ist die Nutzung von Social Media sowie die Etablierung einer adäquaten Firmenkultur zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die eigenen Corporate Blogs wie der Communardo Techblog und der Human Competence Blog befördern den internen Wissensaustausch und unterstützen in der Außendarstellung unserer Fachkompetenz. Das Wiki-basierte Intranet auf Basis von Atlassian Confluence für den Wissenaustausch und der SharePoint Team- und Projektraum für die Projektdokumentation erleichtern die verteilte Zusammenarbeit, auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Mit dem Enterprise Microblogging System Communote wurde die Email für die interne Kommunikation nahezu vollständig abgelöst und hat sich zur zentralen Drehscheibe für die interne Abstimmung entwickelt. Im nächsten Schritt wird der Einsatz von Enterprise Mashups evaluiert, z.B. auf Basis des IBM Mashup Center, um den Zugriff auf die relevanten Informationen und Zusammenhänge weiter zu verbessern.
Am vergangenen Donnerstag war die Regionalgruppe Dresden der Gesellschaft für Projektmanagement in unserem Hause zu Gast. Über die rege Teilnahme von mehr als 30 Projektmanagement-Profis aus der Region haben wir uns sehr gefreut und gern die Gelegenheit genutzt, unser Leistungsportfolio vorzustellen. Der Haupteil des Abends war dann dem Thema “Microblogging im Projektmanagement” gewidmet. Die Präsentation ist bei Slidehare verfügbar:
In der anschließenden regen Diskussion wurde deutlich, dass das Interesse an Microblogging zunimmt und der Nutzen immer greifbarer wird. Wichtige Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz sind allerdings die durchgängige Verfügbarkeit von PC und Netzzugang und einschlägige Erfahrungen mit elektronischer Kommunikation für alle Mitglieder in einem Projektteam. Eine durch Offenheit und Transparenz geprägte Kommunikationskultur im Unternehmen ist ebenso vorteilhaft.
In der ersten Keynote von Oliver Marks, zu Beginn der Konferenz wurde deutlich womit sich das Enterprise 2.0 Summit in diesem Jahr
beschäftigt: „Es stellt sich nicht mehr die Frage ob Unternehmen Enterprise2.0 einsetzen, sondern wie.“ Der Grund dafür ist einfach: Der Wandel zu Enterprise 2.0 bietet (noch) einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil den es zu nutzen gilt.
Die ausgewählten Praxisbeispiele (u.a. Otto, Siemens, SUN, Westaflex, Bundeswehr) zeigten deshalb nicht warum man Enterprise 2.0 einsetzen sollte sondern wie weit die Durchdringung in den Unternehmen bereits ist. Der Einsatz von Social Software in Unternehmen steht vor der entscheidenden Schwelle Bestandteil täglicher Arbeitsprozesse zu werden. Hierbei gilt es nun alle Mitarbeiter in einem Unternehmen einzubinden und zu erreichen. Das Experimentierstadium ist beendet. Enterprise 2.0 ist spätestens jetzt eine Management- und Führungsaufgabe. Es bedarf einer umfassenden Strategie und konkreten Vorgaben sowie Anweisungen zum täglichen Einsatz in der Arbeit (top-down). Die Bottom-up Prozesse der frühen Phase (überwiegend auch schon sehr wohlwollend vom Management getragen) haben zum Teil zu 2.0 Silos geführt die es gilt aufzubrechen. Ein Instrument von wenigen Geeks und Einzelnen in der Firma ist auf dem Weg zu einem breiten Einsatz. Artikel vollständig lesen »
Gestern hatte ich die leider nur kurze Gelegenheit das KnowledgeCamp 2009 in Karlsruhe zu besuchen, welches erstmalig von der Gesellschaft für Wissensmanagement organisiert worden ist. Auch wenn es nur ein Tag war, hat es mir gut gefallen – insbesondere hat Themenfokus auf Knowledge Management der Veranstaltung sehr gut getan.
Auf Basis unserer Erfahrungen beim Einsatz von Communote in den letzten 12 Monaten habe ich in einer Session vorgestellt, wie damit auch Wissensmanagement-Aspekte unterstützt werden. Dabei wird deutlich, dass es in diesem Bereich weiteren Bedarf an Forschung und konzeptioneller Weiterentwicklung von Microblogging-Lösungen gibt.
Die Präsentation steht bei Slideshare zur Verfügung:
Update: Dank www.lutzland.de ist die Aufzeichnung der Session jetzt auch bei Youtube verfügbar:
Bei Techcrunch wurde vor einigen Tagen eine sehr detailliert Analyse der Nutzung des Online-Dienstes Twitter.com durch Robert J. Moore (RJMetrics) veröffentlicht. Angeregt durch die interessanten Ergebnisse in diesem Beitrag habe ich auf der Basis anonymisierter Daten eine kleine Analyse der Nutzung von Communote als internes Enterprise Microblogging-System in unserem Unternehmen vorgenommen. Die Daten basieren dabei auf der Nutzung unseres Microblogs im Zeitraum vom 01.10.2008 bis zum 30.09.2009, also von genau einem Jahr.
Wie wir Microblogging in unserem Unternehmen nutzen wurde u.a. in einer Enterprise 2.0 Fallstudie vorgestellt. Auch in diesem Blog berichten wir regelmäßig über Einsatzmöglichkeiten von Communote.
Die Ergebnisse der statistischen Auswertung unserer Nutzung des Microblogging-Systems möchte ich überblicksartig hier vorstellen und dabei mit einigenausgewählten Ergebnissen der Twitter-Analyse vergleichen. Erwartungsgemäß zeigen sich deutliche Unterschiede in den Details, nicht nur bei den Nutzerzahlen. Während Twitter nun ca. 50. Mio Nutzer weltweit aufweisen kann, sind in unserem Unternehmens-Twitter derzeit genau 68 Nutzer aktiv.
1. Grundsätzliche Nutzung
Robert Moore hat ermittelt, dass 38% der Twitter-Nutzer keinen einzigen, 75 % weniger als 10 Tweets gesandt haben. Bei Communardo sind es 12%, die bisher keine und 26%, die weniger als 10 Notizen eingestellt haben. Es bleibt also festzuhalten, dass der interne Microblog von etwas drei Vierteln aller Mitarbeiter aktiv genutzt wird.
2. Häufigkeit der Nutzung (Monatsbetrachtung)
Twitter wird nur durch 1 von 4 Nutzern mindestens einmal im Monat genutzt, also von 25%. Communote nutzen bei uns 75 % jeden Monat und 25% nicht jeden Monat.
3. Intensität der Nutzung
Während 38% der Twitter-Nutzer noch gar nicht getweetet haben, 37% weniger als 10 Tweets versandten, bleiben weitere ca. 13% der Twitternutzer unterhalb einer Grenze von ca. 50 Tweets. Die verbleibenden ca. 12 % der Nutzer zeigen ein aktiveres Verhalten. (Details siehe TechCrunch)
Betrachtet man die Intensität der Nutzung unseres internen Communote-Systems ergibt sich ein anderes Bild: Während ca. 26% den Microblog quasi nicht nutzen, sind weitere 20 % mit weniger als 50 Notizen (ca. 1 pro Woche) als Wenig-Nutzer einzustufen. Das bedeutet aber auch, dass mit ca. 54% mehr als die Hälfte der Nutzer aktive Nutzer sind. Darunter ist eine Gruppe von ca. 40 %, die mit bis zu 300 Nachrichten im Verlaufe des letzten Jahres im Schnitt jeden Arbeitstag oder sogar mehrfach pro Tag mit eigenen Nachrichten befüllen. Eine letzte Gruppe der Power-User von etwa 10% haben zwischen 300 und 700 Einträge (bzw. 2-4 Mal pro Arbeitstag) erstellt, ca. 3 % der Nutzer sogar mehr als 1000.
Im Mittel wurden von den Micrblog-Nutzern bei Communardo zwischen 10 und 30 CommuNotes im Monat erstellt. Rechnet man die inaktiven Nutzer heraus, dann sind es etwa 20-35 Einträge, bei Glättung über 3 Monate etwa 15-26, in grober Näherung etwa einmal pro Arbeitstag.
Fazit:
Die Ableitung allgemeingültiger Schlussfolgerungen für die Nutzung von Enterprise Microblogging verbietet sich an dieser Stelle aufgrund der zu geringen statistischen Basis. Die Vermutung, dass es dabei große Unterschiede zwischen der öffentlichen Nutzung von Twitter und dem internen Einsatz von Microblogs in Unternehmen gibt, wird durch die bei uns aufgefundenen Ergebnisse jedoch durchaus unterstützt.
Diese Zahlen zeigen auch, dass die bekannte 90-9-1 Regel von Nielsen (siehe auch den Beitrag “Die Ungleichverteilung der Akteure“) im Unternehmenskontext anders beurteilt werden muss. In unserem Microblog stammen 80% der Beiträge von ca. 25 % der Nutzer und ca. 25% tragen nichts bei. Das Verhältnis läge also bei 25-50-25 anstelle von 90-9-1.
Fragen:
Natürlich bleiben noch viele Fragen zur Diskussion offen:
Am vergangenen Freitag hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen eines Vortrags auf der InterPM vorzustellen, wie Communote für ein Microblogging im Projektemanagement eingesetzt werden kann. Die Vortragsunterlagen stehen auf Slideshare bereit:
Eine intensive Diskussion des Themas findet sich u.a. im Blog von Berhard Schloss.
Martin Böhringer hat am letzten Samstag communote.com auf dem SocialMediaCamp in London vorgestellt. Die Reaktionen der Community waren sehr positiv, die Diskussionen spanned und haben zu einer Reihe von Neuanmeldungen für unsere Private Beta geführt. Wir werden unsere Erfahrungen mit communote.com demnächst auf weiteren Veranstaltungen vorstellen und freuen uns auf die die Diskussionen. Hier für alle Interessenten die Präsentation:
Im Rahmen der GeNeMe08 haben wir heute eine Präsentation zum Thema Awareness durch Microblogging gehalten. Dabei ging es im Wesentlichen darum, dass Microblogs genutzt werden können, um die informelle Kommunikation in Projekten zu verbessern. Dabei haben wir auch dargestellt, wie Blogs, Micromessaging und Tagging in unsere Entwicklungen eines professionellen Microblogging Dienstes eingeflossen sind.
Während dieses Vortrages hatte communote.com seinen ersten öffentlichen Auftritt. Wir haben demonstriert, wie Communote Microblogs im Projektumfeld, im Vertrieb und im IT-Betrieb genutzt werden können. Dazu in den nächsten Beiträgen mehr.
| Frank Wolf: Danke für die ausführliche Besprechung und ein erfolgreiches Neues Jahr! |
| Tino Schmidt: Folgende Kernaussagen lassen sich für mich aus dem Interview ableiten: Ein zentraler Punkt... |
| Lydia Heydel: Hallo Herr Roell, danke für Ihr Feedback. Hier ein Beispiel, was Ihnen vielleicht bei Ihren... |
| Martin Roell: Danke für das Interview. Die Antworten auf die Fragen danach, wie sich die Arbeit konkret... |
| Klemens Keindl: Ihre Lösung überzeugt mich sehr. Die Vorteile die ich im Unterschied zu üblichen Mitarbeiter-... |