Am vergangenen Donnerstag war die Regionalgruppe Dresden der Gesellschaft für Projektmanagement in unserem Hause zu Gast. Über die rege Teilnahme von mehr als 30 Projektmanagement-Profis aus der Region haben wir uns sehr gefreut und gern die Gelegenheit genutzt, unser Leistungsportfolio vorzustellen. Der Haupteil des Abends war dann dem Thema “Microblogging im Projektmanagement” gewidmet. Die Präsentation ist bei Slidehare verfügbar:
In der anschließenden regen Diskussion wurde deutlich, dass das Interesse an Microblogging zunimmt und der Nutzen immer greifbarer wird. Wichtige Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz sind allerdings die durchgängige Verfügbarkeit von PC und Netzzugang und einschlägige Erfahrungen mit elektronischer Kommunikation für alle Mitglieder in einem Projektteam. Eine durch Offenheit und Transparenz geprägte Kommunikationskultur im Unternehmen ist ebenso vorteilhaft.
Ich war in diesem Jahr zu Gast auf dem 4. nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung in Stuttgart, dem Gipfeltreffen aller wichtigen Vertreter
der Bundesregierung und Unternehmen der zweitgrössten deutschen Industriebranche.
Im Vorfeld hierzu fand am Vortag ein Open Space zum Thema: „Vom Bildungssystem von heute zur lernenden Organisation von morgen“ statt. Initiiert wurde der Open Space von DNA Digital, einer Initiative die selbst als Ergebnis des letzten IT Gipfels entstanden ist. Die Moderation übernahm Willms Buhse, einer der Mitinitiatoren des Projektes und Herausgeber des Buchs: „Wenn Anzugträger auf Kapuzenpullis treffen“.
Das erklärte Ziel von DNA Digital ist der Austausch der (digitalen und analogen) Generation, oder bildlicher gesprochen von Anzugträgern und Kapuzenpullis. Digital Natives treffen hierbei mit Vertretern des Top Managements namhafter deutscher Firmen zusammen um sich über die Arbeitswelt der Zukunft auszutauschen. Wichtige Voraussetzung ist die Unvoreingenommenheit dieser beiden scheinbar sehr konträren Gruppen. Die bisherigen Zusammentreffen wurde von beiden Seiten als sehr lehrreich und inspirierend empfunden. Manager lernen den „natürlichen“ Umgang mit dem Internet und seinen Möglichkeiten. Natives bekommen mit welche Problemstellungen Manager und Firmen plagen und müssen sich mit vorhandenen Realitäten und Hemmnissen auseinander setzen („Reality-Check“). Der Austausch ermöglicht und verstärkt den Prozess des Kulturwandels in den Unternehmen und Einsatz von Web 2.0 Technologien und kollaborativen, hierarchieübergreifenden Elementen am Arbeitsplatz, treffend mit dem Begriff Enterprise 2.0 bezeichnet.
In Anlehnung an diese Philosophie sollten beim Open Space ebenfalls verschiedene Welten aufeinanderprallen. Die Vertreter der unterschiedlichen Generationen waren aufgefordert sich jeweils einen Vertreter der anderen Generation zu suchen um mit sich über das Thema Bildung auszutauschen. Dies stellte den persönlichen Austausch sowie eine umfassende Betrachtung des Themas aus unterschiedlichen Perspektiven sicher. Im Anschluss wurden ausgewählte Themen in unterschiedlichen Gruppen diskutiert. Ich habe mich bei den Themen: mobiles Lernen, e-learning und social networking sowie lernende Organisationen aktiv beteiligt.
Zu meinen Eindrücken zum Open Space wurde ich von einem Vertreter des Hasso-Plattner Institutes (HPI) interviewt. Das HPI hat in diesem Jahr mit einem „Gipfelblog“ den IT-Gipfel ins Internet getragen und entsprechend dokumentiert.
Ich fand es erstaunlich wie das Thema Microblogging als Rückkanal, Informations- und Inspirationsquelle im Umfeld einer „lernenden“ Organisation diskutiert worden ist. Microblogging wurde u.a als virtuelles Klassenzimmer, tägliche Weiterbildung, Austausch- u. Kommunikationsplattform bezeichnet.
Ansonsten spielte überraschenderweise der Einsatz von bestimmten Technologien weniger eine Rolle. Im Mittelpunkt stand vielmehr ein gemeinsames Verständnis von einer lernenden Gesellschaft. Dies mag sicherlich auch an der vorausgesetzten technologischen Affinität des Teilnehmerkreises liegen.
Der Gipfel selber beinhaltete Arbeitskreissitzungen und Foren mit hochrangigen Vertretern der Regierung und Vertretern der IT Spitze der „Deutschland AG“ wie der Deutschen Telekom, SAP, Daimler, IBM, Siemens, Alcatel-Lucent u.a. in denen über laufende und zukünftige Projekte gesprochen worden ist.
Im Forum „Innovative IKT für Deutschland – Von der Idee zum Erfolg im Markt“ wurden die Themen Verfügbarkeit von Breitband und neue Anwendungen aus dem Bereich der IT zur Stärkung der Innovationsfähigkeit des Standort Deutschland u.a. mit dem Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle, Telekom Vorstandsvorsitzender René Obermann, SAP Vorstandssprecher Prof. Kagermann, u.a. diskutiert. Herr Kagermann brachte den Kern des Nutzens der IT es wie folgt treffend auf den Punkt: „Das Ziel des Einsatzes von IT muss die eines als Intelligenz- u. Effizienzverstärkers sein“. Vertreter der sogenannten Digital Natives pitchten im Rahmen dieses Forums das Thema Open Education und Open Innovation als Ergebnis des Open Spaces in der Hoffnung auf neue Projekte und Kooperationen.
Angela Merkel ließ es sich nicht nehmen in Ihrem Schlusswort Ihre Erwartungen (Bereitstellung von Breitbandtechnologie für Alle, Umsetzung von Green IT und in diesem Zusammenhang Realisieurng von CO2 Einsparpotentialen auch in Hinblick auf den zeitgleich stattfindenen Klimagipfel in Kopenhagen, greifbare Ergebnisse der bestehenden Projekte z.B. die einheitliche Behördenrufnummer 115) und Hoffnung (Schaffung von Arbeitsplätzen, Innovationskraft des IT Standort Deutschlands) an die IT Branche zu formulieren.
Mit dem Versprechen: „Nächstes Jahr gibt es Dresdner Stollen“ schloss die Bundeskanzlerin den diesjährigen IT-Gipfel und sprach gleichzeitig Ihre Einladung zum 5. Nationalen IT-Gipfels nach Dresden aus. Der Dialog und Austausch zwischen der Bundesregierung und der IT Branche findet also eine Fortsetzung im nächsten Jahr und darüber hinaus kontinuierlich über viele laufende Maßnahmen mit dem Ziel den Standort Deutschland zu stärken.
Bereits vor einigen Wochen war Martin Koser [Blog] [Twitter] bei uns in Dresden zu Besuch. Dabei ist dieses Interview entstanden. Im Gespräch mit Martin ging es insbesondere um unser Verständnis von Enterprise 2.0, aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich, Aspekte der Einführung von Social Media im Unternehmen und auch um die Erfahrungen beim Einsatz unseres Enterprise Microblogging Dienstes Communote.
Vielen Dank an Martin Koser und Björn Negelmann für die Einladung zu diesem Interview und die Kommentare dazu. Entstanden ist dieses Video im Vorfeld des Enterprise 2.0 SUMMIT [Web] [Blog] [Twitter]. Ich werde an dieser Veranstaltung in diesem Jahr leider nicht selbst teilnehmen können, da ich in dieser Woche bereits die Enterprise 2.0 Conference in San Francisco besuche. Berichte zu dieser Veranstaltung sind hier im Human Network Competence Blog nachzulesen.
Ein Blick auf das Programm des Enterprise 2.0 SUMMIT zeigt, dass dies eine hochspannende Veranstaltung werden wird. Wer sich noch schnell für eine Teilnahme am E20SUMMIT entscheiden möchte, dem bietet der (Community-Manager-)Blogger-Promotioncode “e20sfp” einen Rabatt von 200€ bei der Registrierung.
Dieser Blogbeitrag beinhaltet meine Notizen zu einer Panel-Diskussion auf der Enterprise 2.0 Konferenz zum Thema “The Future of Social Messaging in the Enterprise” moderiert von Irwin Lazar (Nemertes Resarch).
Teilnehmer waren Akiba Saeedi (IBM), Brett Shockley (Avaya), Dan York (Voxeo), David Sacks (Yammer), Eurgene Lee (Socialtext) und Vivek Khuller (Divitas).
Schon die Zusammenstellung der Panelisten zeigt, dass Social Messaging nun auch von den Anbietern von Sprachtechnologien aufgegriffen wird. Die Anbieter arbeiten ihren Anmerkungen zu Folge daran, Social Messaging in das Gesamtkonzept von Unified Communications zu integrieren. Auch Ideen wie z.B. Kurze Sprachnachrichten (i.S.v. 140 Zeichen) sowie die Konvertierung von Sprachnachrichten in Textnachrichten und umgekehrt kamen zur Sprache.
In diesem Blog ist an verschiedenen Stellen nachzulesen, daß Enterprise Microblogging eines der wichtigsten Themen von Communardo im Bereich Enterprise 2.0 ist. Die Session “Case Studies in Enterprise Microblogging” mit Irwin Lazar (Moderator, Nemertes Research), Brad Garland (Garland Group), Wim Hofland (Sogeti) , Dan York (voxeo) und Scott Mark (Medtronic) war daher ein Pflichttermin. Hier die Notizen zu dieser Session. (Im Foto sind die Personen von rechts nach links zu sehen.)
Gestern hatte ich die leider nur kurze Gelegenheit das KnowledgeCamp 2009 in Karlsruhe zu besuchen, welches erstmalig von der Gesellschaft für Wissensmanagement organisiert worden ist. Auch wenn es nur ein Tag war, hat es mir gut gefallen – insbesondere hat Themenfokus auf Knowledge Management der Veranstaltung sehr gut getan.
Auf Basis unserer Erfahrungen beim Einsatz von Communote in den letzten 12 Monaten habe ich in einer Session vorgestellt, wie damit auch Wissensmanagement-Aspekte unterstützt werden. Dabei wird deutlich, dass es in diesem Bereich weiteren Bedarf an Forschung und konzeptioneller Weiterentwicklung von Microblogging-Lösungen gibt.
Die Präsentation steht bei Slideshare zur Verfügung:
Update: Dank www.lutzland.de ist die Aufzeichnung der Session jetzt auch bei Youtube verfügbar:
Bei Techcrunch wurde vor einigen Tagen eine sehr detailliert Analyse der Nutzung des Online-Dienstes Twitter.com durch Robert J. Moore (RJMetrics) veröffentlicht. Angeregt durch die interessanten Ergebnisse in diesem Beitrag habe ich auf der Basis anonymisierter Daten eine kleine Analyse der Nutzung von Communote als internes Enterprise Microblogging-System in unserem Unternehmen vorgenommen. Die Daten basieren dabei auf der Nutzung unseres Microblogs im Zeitraum vom 01.10.2008 bis zum 30.09.2009, also von genau einem Jahr.
Wie wir Microblogging in unserem Unternehmen nutzen wurde u.a. in einer Enterprise 2.0 Fallstudie vorgestellt. Auch in diesem Blog berichten wir regelmäßig über Einsatzmöglichkeiten von Communote.
Die Ergebnisse der statistischen Auswertung unserer Nutzung des Microblogging-Systems möchte ich überblicksartig hier vorstellen und dabei mit einigenausgewählten Ergebnissen der Twitter-Analyse vergleichen. Erwartungsgemäß zeigen sich deutliche Unterschiede in den Details, nicht nur bei den Nutzerzahlen. Während Twitter nun ca. 50. Mio Nutzer weltweit aufweisen kann, sind in unserem Unternehmens-Twitter derzeit genau 68 Nutzer aktiv.
1. Grundsätzliche Nutzung
Robert Moore hat ermittelt, dass 38% der Twitter-Nutzer keinen einzigen, 75 % weniger als 10 Tweets gesandt haben. Bei Communardo sind es 12%, die bisher keine und 26%, die weniger als 10 Notizen eingestellt haben. Es bleibt also festzuhalten, dass der interne Microblog von etwas drei Vierteln aller Mitarbeiter aktiv genutzt wird.
2. Häufigkeit der Nutzung (Monatsbetrachtung)
Twitter wird nur durch 1 von 4 Nutzern mindestens einmal im Monat genutzt, also von 25%. Communote nutzen bei uns 75 % jeden Monat und 25% nicht jeden Monat.
3. Intensität der Nutzung
Während 38% der Twitter-Nutzer noch gar nicht getweetet haben, 37% weniger als 10 Tweets versandten, bleiben weitere ca. 13% der Twitternutzer unterhalb einer Grenze von ca. 50 Tweets. Die verbleibenden ca. 12 % der Nutzer zeigen ein aktiveres Verhalten. (Details siehe TechCrunch)
Betrachtet man die Intensität der Nutzung unseres internen Communote-Systems ergibt sich ein anderes Bild: Während ca. 26% den Microblog quasi nicht nutzen, sind weitere 20 % mit weniger als 50 Notizen (ca. 1 pro Woche) als Wenig-Nutzer einzustufen. Das bedeutet aber auch, dass mit ca. 54% mehr als die Hälfte der Nutzer aktive Nutzer sind. Darunter ist eine Gruppe von ca. 40 %, die mit bis zu 300 Nachrichten im Verlaufe des letzten Jahres im Schnitt jeden Arbeitstag oder sogar mehrfach pro Tag mit eigenen Nachrichten befüllen. Eine letzte Gruppe der Power-User von etwa 10% haben zwischen 300 und 700 Einträge (bzw. 2-4 Mal pro Arbeitstag) erstellt, ca. 3 % der Nutzer sogar mehr als 1000.
Im Mittel wurden von den Micrblog-Nutzern bei Communardo zwischen 10 und 30 CommuNotes im Monat erstellt. Rechnet man die inaktiven Nutzer heraus, dann sind es etwa 20-35 Einträge, bei Glättung über 3 Monate etwa 15-26, in grober Näherung etwa einmal pro Arbeitstag.
Fazit:
Die Ableitung allgemeingültiger Schlussfolgerungen für die Nutzung von Enterprise Microblogging verbietet sich an dieser Stelle aufgrund der zu geringen statistischen Basis. Die Vermutung, dass es dabei große Unterschiede zwischen der öffentlichen Nutzung von Twitter und dem internen Einsatz von Microblogs in Unternehmen gibt, wird durch die bei uns aufgefundenen Ergebnisse jedoch durchaus unterstützt.
Diese Zahlen zeigen auch, dass die bekannte 90-9-1 Regel von Nielsen (siehe auch den Beitrag “Die Ungleichverteilung der Akteure“) im Unternehmenskontext anders beurteilt werden muss. In unserem Microblog stammen 80% der Beiträge von ca. 25 % der Nutzer und ca. 25% tragen nichts bei. Das Verhältnis läge also bei 25-50-25 anstelle von 90-9-1.
Fragen:
Natürlich bleiben noch viele Fragen zur Diskussion offen:
Angeregt durch meinen Vortrag auf der InterPM zum “Microblogging im Projektmanagement: Wie Mikroinhalte die Kommunikation und Dokumentation verändern” hat Berhard Schloß in seinem Weblog das Thema aufgegriffen und eine kontroverse und gerade weil sie kontrovers geführt wird sehr lesenswerte Diskussion u.a. zwischen Surfguard, Joachim Niemeier und Lutz Gerlach entfacht, zu der ich mit diesem Artikel einen kleinen Beitrag leisten möchte. Dass Microblogging in Unternehmen inzwischen zu einem hochaktuellen Thema geworden ist, beweisst nicht zuletzt auch das Interview zum Thema “Das Microblogging kann die Produktivität durchaus steigern” mit Prof. Oliver Günther von der Humboldt-Universität Berlin in der Computerzeitung vom 15. Juni 2009, welches über einem Blogbeitrag von Dirk Riehle verfügbar ist. Hier einige aus meiner Sicht wichtige Fragen und Antworten:
Was ist eigentlich ein “Microblog”?
Nun, zunächst einmal eine chronologische Aufzeichnung möglichst kurzer Nachrichten einer oder mehrerer Personen zu einem bestimmten Thema. Surfguard kommentiert im o.g. Beitrag
“Ein Microblog kann quasi die digitale Kaffeküche eines Projekts sein: Der Ort, an dem das Team sich informell aber doch relevant austauscht. In Microblogs wird das vermittelt, was ich “ambientes Wissen” nennen würde.” (Surfguard)
Muss ich alle Nachrichten in einem Microblog lesen?
Natürlich nicht. Microblog-Leser entscheiden selbst, welchen Themen oder Nutzern sie folgen und welchen nicht. Dies ist besonders in großen Organisation oder auch Großprojekten wichtig. Die eigene Erfahrung zeigt jedoch, dass Microblogs oft einen spannende Lektüre bieten, die wertvolle Informationen für den Leser beinhalten, die man auf anderem Wege nicht erhalten hätte.
Ist Microblogging in großen Projekten überhaupt anwendbar?
Es besteht die Befürchtung, dass in großen Projekten die Teammitglieder mit Informationen überhäuft werden. Eine schöne Antwort liefert wiederum Surfguard:
“Ein Microblog macht die vielen kleinen Informationen, die Projektmitarbeiter informell austauschen (sollten) für alle besser verfügbar. Man weiß einfach mehr über das Projekt. Und in sehr großen Projekten wird man bestimmt nicht allen Projektmitgliedern folgen, sondern nur denjenigen, die für einen selbst relevant oder interessant sind.” (Surfguard)
Kostet es nicht wertvolle Arbeitszeit, in Microblogs zu lesen und selbst Einträge zu schreiben?
An dieser Stelle wünsche ich mir für die Zukunft eine wirklich fundierte Antwort auf Basis empirischer Studien und meine dies explizit als Aufruf an die Wissenschaft. Aus der eigenen Anwendung kann ich berichten, dass Microblogs deutlich schneller lesbar sind als E-Mails und gerade beim Einsatz in Projekten der E-Mail-Anteil in der Kommunikation spürbar gesunken ist und damit genügend Zeit für’s Microblogging frei wurde. Und was für die Akzeptanz noch wichtiger ist: Inhalte, die im Microblog geschrieben werden, sind früher auch niedergeschrieben worden, nur als E-Mail, Papiernotiz oder Instant Message. Also auch hier kein Mehraufwand.
Sollten alle Microblogs für alle Mitarbeiter sichtbar sein?
Offene Kommunikation gilt als ein wesentliches Merkmal des Enterprise 2.0. Man sollte dies aber nicht falsch interpretieren und annehmen, dass dann alle Kommunikation offen sein muss. Vielmehr ist es wichtig, dass auch in Microblogs vertrauliche Kommunikation in Teams möglich ist, ohne dass immer gleich der Chef mitliest. Offene Kommunikation erfordert eben gerade eine Atmosphäre des Vertrauens, die in geschlossenen Gruppen eher gegeben ist. Aus Vertrauens- und auch Datenschutzgründen muss diese Vertraulichkeit von einem Enterprise Microblogging System gewahrt werden. So kann ich Prof. Günther nur zustimmen, wenn er sagt:
„Mein persönlicher Rat an das Management ist: Für die Produktivität eines Unternehmens ist es sinnvoll, auch innerhalb des Unternehmens Privatsphäre zuzulassen.“ (Prof. Oliver Günther, CZ 15.06.2009)
Im Alltag sehen wir dann durchaus Situationen, in denen sich früher geschlossene Gruppen dann nach einer bestimmten Zeit wieder öffnen.
Ist nicht die ständige Ablenkung eine Gefahr für die Produktivität des Unternehmens?
Prof. Günther sieht das so:
Microblogging ist ein Werkzeug, das unserem latenten Zappelphilipp-Syndrom – in der Fachsprache Attention Deficit Syndrome – neue Möglichkeiten zur Entfaltung bietet: Wir frönen unserem Trieb zur ständigen Zerstreuung. (Prof. Oliver Günther, CZ 15.06.2009)
Microblogging reiht sich damit in die Vielzahl der Informationsquellen und Tools ein, denen zugeschrieben wird, Mitarbeiter von ihrer eigentlichen Arbeit abzulenken. Ich möchte hier erwidern, dass es aus meiner Sicht viel eher darauf ankommt, ob man sich ablenken lassen möchte! Von zentraler Bedeutung ist hier m.E. die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit den neuen Medien. Dazu gehört eben auch, störungsfreie Arbeitszeit für kreative Prozesse und eine sinnvolle Frequenz für das Lesen von E-Mails, Microblogs und Internetquellen.
Völlig abwegig ist im Übrigen auch die Befürchtung, dass Microblogs in Unternehmen für sinnlosen privaten Smalltalk, wie in Twitter oft zu beobachten, mißbraucht würden. Im Gegenteil, von Unternehmensblogs wird bisher unisono berichtet, dass dort eine rein fachliche Kommunikation stattfindet! Und dies ist nicht verwunderlich, denn Unternehmensmitarbeiter nehmen in aller Regel ihre Aufgabe ernst. Desweiteren wäre jeder Mißbrauch jederzeit gut nachlesbar, was einen selbstregulierenden Effekt hat.
Dies vorausgesetzt kann Microblogging sein Potential zur Produktivitätssteigerung voll entfalten, welches m.E. in der Vermeidung von Doppelarbeit und der Beschleunigung von Problemlöseprozessen aufgrund der deutlich gesteigerten Transparenz im Unternehmen begründet ist.
Ist nicht die direkte “face-to-face” Kommunikation besser als Microblogging ?
Selbstverständlich! Aber diese ist eben aufgrund räumlicher und zeitlicher Distanz nicht immer möglich. Microblogging ergänzt die Küchengespräche durch einen (fachlichen) virtuellen “Flurfunk”. Auch hier gilt die Erfahrung, dass virtuelle Kommunikation vor allem dann gut funktioniert, wenn man sich auch persönlich kennt.
Wie kann ich herausfinden, ob Microblogging auch in meinem Unternehmen sinnvoll ist?
Ganz einfach, in dem Sie es ausprobieren. Dazu ein Zitat von Joachim Niemeier aus der oben erwähnten Diskussion:
“Ich hab die Erfahrung gemacht, dass man in Projekten das Werkzeug Microblogging einfach mal nutzen sollte (und auch ohne große Einführung nutzen kann). Nach wenigen Tagen können es sich die Beteiligten gar nicht mehr wegdenken (‘Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen wie wir früher im Projekt gearbeitet haben’)” (Joachim Niemeier)
In diesem Sinne möchten wir Sie einladen, eigene Erfahrungen zu sammeln und verweisen auf den Enterprise Microblogging Dienst aus unserem Hause www.communote.com.
Am vergangenen Freitag hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen eines Vortrags auf der InterPM vorzustellen, wie Communote für ein Microblogging im Projektemanagement eingesetzt werden kann. Die Vortragsunterlagen stehen auf Slideshare bereit:
Eine intensive Diskussion des Themas findet sich u.a. im Blog von Berhard Schloss.
Releaseparty at Atlassian? Confluence 3.2 BETA and 3.1.2 with soms bugfixes were released yesterday. [...]
Tino Schmidt's Vortrag zu Enterprise Mashups auf der webciety, 4.3 Remix the Web http://bit.ly/d26rtA [...]
neuer Blogpost: February Cumulative Update (2010) http://bit.ly/cwxZGE [...]
Webinar am 16.03.: „Communote Enterprise Microblogging - Funktionen und Einsatzbereiche im Unternehmen“ http://bit.ly/96eexF [...]