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Baukausten für bedürfnisorientierte Arbeitsplatzgestaltung

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Die eine perfekte Arbeitsumgebung für den Wissensarbeiter gibt es nicht. Ich bin überzeugt davon, dass jeder Wissensarbeiter je nach Menschentyp und Arbeitsaufgabe sehr individuelle Bedürfnisse hat, um die höchstmögliche Wertschöpfung zu erzielen.

Als ich Bastian`s Aufruf zur Blogparade „Die perfekte Arbeitsumgebung für Wissensarbeiter“ gelesen habe, hatte ich zwei Gedanken im Kopf:

  1. Hat da nicht jeder Mensch unterschiedliche Anforderungen?
  2. Es gibt so viele Möglichkeiten die Arbeitsumgebung von Wissensarbeitern so zu arrangieren, dass sie die bestmögliche Wertschöpfung erzielen. Wo fängt man da an auszuwählen?

Mein Entschluss: Keine allumfassenden Antworten zu liefern, sondern einfach einen Einblick in meine ganz persönliche Arbeitsumgebung zu geben und vielleicht noch ein paar Wünsche zu äußern.

Wissensarbeit- was ist das eigentlich?

Tätigkeiten_Wissensarbeit

In einem von Kommunikation und Teamarbeit geprägten Arbeitsumfeld besteht Wissensarbeit für mich hauptsächlich in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Menschen und vielen, vielen Informationen.

Je nach Aufgabenschwerpunkt wechseln sich folgende Tätigkeiten ab oder verschmelzen unmerklich ineinander:

  • Informieren – online, offline oder in Gesprächen
  • Visualisieren – das Denken mit dem Stift als Beschleuniger
  • Denken – egal ob allein, zu zweit oder in der Gruppe
  • Kommunizieren – schriftlich, in Bildern oder im direkten Gespräch
  • Produzieren – von Strategien, Konzepten, Botschaften in Text-, Bild- und Videoformat
  • Präsentieren – von Ideen, Arbeitständen oder finalen Ergebnissen

Vernünftige Arbeitsumgebung – was gehört dazu?

Meine Arbeitsumgebung besteht aus:

  • verschiedenen Arbeitsplätzen in unterschiedlichen Raumsituationen für verschiedene Tätigkeiten
  • Zusammentreffen mit verschiedenen Menschen, um Themen zu diskutieren und Lösungen zu erarbeiten
  • aus einem Set an Tools welches mich für meine Tätigkeiten als Wissensarbeiter unterstützt

Alles was in der Grafik auftaucht, gehört zu meinem Baukasten meiner realen Arbeitsumgebung. Die Kopfhörer mit Musik benötige ich vor allem dann, wenn ich konzentriert an etwas schreibe und mir den idealen Raum nicht wählen kann, sondern z.B. in einem lauten Großraumbüro beim Kunden sitze oder im Wartebereich des Flughafens neben mir eine Familie mit gebuchtem All-inklusive-Urlaub sich lautstark über das coole Animationsprogramm im Hotel freut.

Eine Voraussetzung für eine vernünftige Arbeitsumgebung ist, dass diese der Vielfalt der Tätigkeiten und den verschiedenen Typen von Wissensarbeitern Beachtung schenkt.

Ein eher extrovertiert geprägter Mensch benötigt meist mehr Rückkopplung und Sinneseindrücke von Außen, um seine Kreativität und Lösungskompetenz optimal entfalten zu können. Wobei ich als eher leiser Mensch z.B. für ein intensives Arbeiten und konzentriertes Fertigstellen von Ergebnissen eher Ruhe benötige. (siehe Buch „Leise Menschen -starke Wirkung“)

Eine vernünftige Arbeitsumgebung ist für mich eine flexibel gestaltbare Umgebung. Es sollte möglich sein, mir selbst wechselnd nach Bedarf

  • die Atmosphäre eines „ruhigen Denkraumes“ zu schaffen
  • in eine offene, vom Austausch geprägte Büro-Atmosphäre einzutauchen
  • oder gemeinsam mit einem Team „einen Raum zum freien Denken“ zu nutzen.

Für mich als Wissensarbeiter ist eine vernünftige Arbeitsumgebung vorhanden, wenn ich in dieser meine höchstmögliche Produktivität erreichen kann. Und hier sind nicht nur der Raum und die Ausstattung wichtig. Dazu gehören neben einem digital, vernetzten Arbeitsplatz vor allem Wände zum Visualisieren von Wissen und ein Miteinander unter den Menschen, welches geprägt ist von Wertschätzung, Respekt und Rücksicht.

Digitaler Arbeitsplatz ergänzt physischen Raum.

meinToolset-Auszug

Neben der idealen physischen Arbeitsumgebung ist ein digital, vernetzter Arbeitsplatz, der mir mobilen Zugriff immer und überall ermöglicht, eine weitere Rahmenbedingung für höchstmögliche Produktivität in einem verteilten Netz aus Wissensarbeitern.

Dazu gehört eine integrierte Arbeitsumgebung, die für mich der Dreh- und Angelpunkt für das Finden, Anreichern und Bereitstellen von Informationen ist. Dabei will ich in meine Projekte, für mich relevante Inhalte, lfd. Aktivitäten und anstehende Kommunikation mit einem Klick eintauchen können. Die Informationen benötige ich kontextbezogen und mit Bezug zu den Menschen (Autoren, Wissensproduzenten etc.) mit denen diese Inhalte entstanden sind oder geteilt wurden.

Eigenverantwortung – wie gestaltet ich meine Arbeitsumgebung?

Die Eigenverantwortung spielt bei der Ausgestaltung der eigenen Arbeitsumgebung als Wissensarbeiter eine sehr große Rolle. Es liegt an mir, die Möglichkeiten zu nutzen und mir selbst eine für mich vernünftige Arbeitsumgebung zu schaffen. Natürlich bin ich innerhalb eines Unternehmens darauf angewiesen, welche Möglichkeiten mir zur Verfügung stehen. Gleichzeitig bin ich aufgefordert auf unzureichende Arbeitsbedingungen hinzuweisen und Lösungsvorschläge einzubringen, wie etwas verbessert werden kann und welchen Nutzen eine Umgestaltung von Räumen oder Bereitstellung von digitalen Werkzeugen für mich, das Team und das Unternehmen hat.

Jedes Unternehmen hat großes Interesse daran, seinen Mitarbeitern eine vernünftige Arbeitsumgebung als Rahmenbedingung für höchstmögliche Wertschöpfung zu schaffen. Damit wird eine Grundlage geschaffen, um Unzufriedenheit und negativem Stress vorzubeugen.

So unterschiedlich die Menschen – so unterschiedlich sind auch ihre Anforderungen an ihre optimale Arbeitsumgebung. Einfache Regeln in Büroräumen und innerhalb des Unternehmens helfen dabei, dass wir gemeinsam auf die verschiedenen Bedürfnisse des Einzelnen Rücksicht nehmen.

Vielleicht ist gerade diese doch eher anspruchsvolle Haltung zur Ausgestaltung unserer Arbeitswelt ein Grund für mein Wirken als Social Business Consultant 🙂

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  1. […] Anja Wittenberger: Baukasten für bedürfnisorientierte Arbeitsplatzgestaltung […]

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