Human Network Competence

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Enterprise 2.0 Dialog mit Lydia Heydel (Contas KG)

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3 Kommentare
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Tino Schmidt
Hallo Frau Heydel,

vielen Dank, dass Sie heute für ein Interview zum Einsatz von Enterprise 2.0 in Ihrem Unternehmen zur Verfügung stehen. Mit Blick auf die Einführung und Nutzung von Social Software bei Ihnen, würde ich Ihnen gerne 5 Fragen zum Thema Enterprise 2.0 stellen.

Dies bringt mich auch zu meiner ersten Frage: Wann sind Sie zum ersten Mal mit Enterprise 2.0 in Berührung gekommen?

 

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Lydia Heydel
Das war vor über einem Jahr mit den ersten Rückmeldungen unserer Kollegen von der KnowTech.
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Tino Schmidt
An was denken Sie spontan, wenn Sie sich daran erinnern, wie Ihre Kollegen von der KnowTech wiederkamen? Was haben Sie damals mit dem Begriff Enterprise 2.0 verbunden?
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Lydia Heydel
Wir haben damit verbunden, dass es ein wettbewerbsrelevanter Zukunftstrend ist und gleichzeitig eine große Chance, Arbeitsumfelder mitsamt der Unternehmenskultur sehr smart und agil zu entwickeln. Enterprise 2.0 ist eine Antwort auf die Herausforderungen des permanenten Wandels von Marktanforderungen, der demografischen Entwicklung etc., denen sich Unternehmen stellen müssen. Das hat uns viel Lust auf das Thema gemacht.

 

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Tino Schmidt
Bei Ihnen wurde Anfang des Jahres eine Social Intranet Plattform auf Basis von IBM Connections und Quickr eingeführt, mit der Sie die Methoden des Enterprise 2.0 im eigenen Unternehmen nutzen können.
Für welche Aufgaben setzen Sie Ihr Social Intranet auf Basis von IBM Connections und Quickr heute ein?

 

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Lydia Heydel
Es ist nicht nur ein aufgabenzentrierter Einsatz, den wir pflegen. Wir haben eher danach gesehen, wie wir die Lösung in unsere Struktur und unsere Prozesse einfließen lassen können, dass wir das gesamtunternehmerische Ziel, das wir als Managementberatung haben, bestmöglich erreichen können. D.h. dass sich der Einsatz natürlich auf bestimmte Aufgaben, wie Aktivitätensteuerung, Informationsaustausch, Blogs schreiben, Foren pflegen, bezieht. Aus unserer Sicht ist die ganzheitliche systemische Perspektive entscheidend, um die Software nicht nur als Wissensplattform nutzbar zu machen, sondern als nicht zuletzt kulturellen Treiber der Unternehmensausrichtung. Der Einsatz in unserem Haus spielt auf das Ziel des organisationalen Lernens für mehr Innovation und Qualität ein. Die Struktur des Systems und die Art und Weise, wie wir damit umgehen, ist praktisch dieser strategischen Zielausrichtung untergeordnet, was teils durch bestimmte Umgangsregeln unterstützt und in regelmäßigen Dialogen insbesondere im Rahmen der Einführung reflektiert wird.

 

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Tino Schmidt
Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Wie hat denn Connections und Quickr ihre persönliche Arbeit verändert?
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Lydia Heydel
Auch unser Arbeitsfeld wird mit den Herausforderungen unserer Kunden immer komplexer. Die Technologie hilft uns, reflexiver und gleichzeitig flexibler zu arbeiten und in Projekten auf die Intelligenz der Kollegen zurückzugreifen. Die Veränderung der Arbeitsweise ist insbesondere eine kulturelle Veränderung, wie wir miteinander umgehen. Heute bereiten wir Inhalte anders auf, überlegen, wie sie anderen zugänglich werden. Es ist eine schnelle, moderne Arbeitsweise in Blogs, Foren, Wikis und den anderen Tools, die Spaß macht.

 

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Tino Schmidt
Dies ist ein wichtiger Faktor. Dann fällt es viel leichter, Informationen schneller zu verteilen.
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Lydia Heydel
Vor allem auch in höherer Qualität. Ich finde schon, dass wir eine Qualitätssteigerung bei der Entwicklung von Wissen geschafft haben. Die Art und Weise, wie der Austausch stattfindet, um zu einem bestimmten Ziel zu kommen, um Methoden zu verbessern, neue Ideen zu generieren und auf einem höheren Niveau die Anfragen schneller lösen zu können, finde ich interessant. Der Spaßfaktor dahinter entsteht, wenn zum einen Vertrauen gegenüber der Technologie wächst und damit die Zuversicht, dass man hierin fündig wird, wenn man etwas wissen oder entwickeln will und zum anderen, wenn man den Sinn verinnerlicht, welchen Beitrag man selbst mit Hilfe der Software leisten kann, um die unternehmerischen Ziele zu erreichen. Aus meiner Sicht ist diese Verknüpfung entscheidend. Fehlt sie, wird die Technologie eher als zusätzliche Belastung empfunden und der Widerstand steigt.

 

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Tino Schmidt
Wie haben Sie Ihre Arbeit vor Einführung des Systems erlebt? Können Sie dies gegenüberstellen?
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Lydia Heydel
Unsere Arbeit war schon vor der Einführung von starkem Austausch geprägt und dem Bedürfnis, informiert zu sein. Der große Unterschied war, dass sich trotzdem nicht jeder ausreichend informiert gefühlt hat, um sicher Entscheidungen treffen zu können. Das führt zu einem eher reaktiven, wenig eigeninitiativen Verhalten. Der Mut, selbstständig zu agieren war geringer. Das können wir heute schon ein stückweit aufheben.

 

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Tino Schmidt
Dies ist auch eine schöne Erkenntnis, dass die Lösung dazu geführt hat, dass Informationen ganzheitlich und transparent für jeden zur Verfügung stehen und jeder auch auf Basis dieser vorhandenen Informationen selbstständiger agieren und Entscheidungen treffen kann.

 

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Lydia Heydel
Ja.
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Tino Schmidt
Welche Chancen verbinden Sie mit dieser Lösung zukünftig?
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Lydia Heydel
Ich glaube, die Chance besteht nicht so sehr darin, die Technologie an sich zu haben. Es kommt nicht darauf an zu klären, welche es konkret ausgewählt wird. Die Chance ist vielmehr, herauszuarbeiten, wie sie ganzheitlich im Sinne der strategischen Ziele zum Einsatz kommt. Aus unserer Sicht wird nicht derjenige erfolgreich sein, der über moderne Technologien verfügt, sondern derjenige, dem es gelingt, sie zielwirksam nutzbar zu machen.

Enterprise 2.0 ist mehr als eine Technologie. Es geht darum, sie verankert im strategischen Rahmen der Unternehmensziele und Zukunftsausrichtung zum systemischen Treiber einer Dialogkultur für mehr Wachstum, Qualität und Innovation zu entwickeln. In Verbindung mit der Kulturentwicklung eröffnet sich die Chance, die Software im täglichen Tun sowohl analog als auch digitalisiert zum Rahmen einer bereichsübergreifend lernenden und innovierenden Organisation zu integrieren.

 

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Tino Schmidt
Das klingt sehr spannend. Eine Frage für mich wäre noch in die Zukunft gerichtet. Welche Ziele verfolgen Sie aktuell und welche Ziele verbinden Sie dann auch mit einer solchen Lösung auf Basis von IBM Connections?

 

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Lydia Heydel
Wir persönlich bei Contas verfolgen das Ziel, unser Lernen zu beschleunigen und auf ein höheres Niveau zu setzen und personenunabhängig organisational zu verankern. Wir wollen unsere Kompetenzentwicklung und Innovationsstärke auf gleichbleibender Qualität und mit höherer Geschwindigkeit entwickeln, auch wenn projektgetrieben eine Fluktuation der Mitarbeiter vorhanden ist. Connections ist dafür gut geeignet, um den Dialog in Foren zu ermöglichen, Wissen in Wikis zu extrahieren oder Projektstories in Blogs entstehen zu lassen, welchen Dokumente, Wikis etc. untergeordnet sind und damit auch das Kontextverständnis zu bestimmten Projekten transparenter zu machen.

Unser Ziel ist ein starkes Netzwerk über alle Bereiche hinweg, welches einen übergeordneten Innovationsprozess praktisch nicht mehr notwendig macht, da das Lernen in jeder einzelnen Arbeitszelle möglich wird und damit auch das Generieren neuer Kundenlösungen, die besser sind als bekannte Methoden. Die Frage, wie sich Dialogräume etablieren, in denen sowohl analog als auch digital Neues entstehen kann und gleichzeitig die Kollaborationskultur treibt, birgt ein enormes Potenzial.

 

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Tino Schmidt
Frau Heydel, ich danke Ihnen für das spannenden Interview und freue mich darüber, mehr über Ihre Erfahrungen mit gelebten Enterprise 2.0 auf Basis von IBM Connections hören zu können.
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3 Antworten zu:
“Enterprise 2.0 Dialog mit Lydia Heydel (Contas KG)”
  1. Tino Schmidt
    8. Dezember 2011, 16:25 Uhr

    Folgende Kernaussagen lassen sich für mich aus dem Interview ableiten:

    Ein zentraler Punkt besteht darin, dass über die kollaborative Nutzung von IBM Connections nicht nur in den Projekten die Möglichkeit besteht, Informationen zentral auszutauschen und anderen Mitarbeitern unabhängig vom deren Einsatzort beim Kunden zur Verfügung zu stellen.
    Darüber wird sichergestellt, dass Mitarbeiter, die nicht direkt zusammenarbeiten können, die notwendige Transparenz erhalten, um auf die Informationen der Kollegen aufmerksam zu werden und daraus direkt eigenes Wissen generieren können, um dies in den eigenen Projekten einzusetzen.
    Der Einsatz ohne Enterprise 2.0 Methoden in Projekten beruht klassisch auf Dokumenten und E-Mails. Diese Formen der Zusammenarbeit fördern den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit in Projekten oder im Unternehmen nicht, da der Informationsfluss nicht für jeden sichtbar und übergreifend erfolgt.

    Die Transparenz der Informationen führt zu Wissensaustausch über Teamgrenzen hinweg oder bietet den Führungskräften die Möglichkeit, Anregungen und Lösungsoptionen in die Teams zu geben und damit Prozesse zu beschleunigen.
    Frau Heydel beschreibt auch in Ihrer Darstellung, dass die Mitarbeiter auf Basis der vorhandenen Transparenz wieder selbst Entscheidungen treffen und damit im Team eigenständiger agieren. Sie beschreibt auch, dass das in den Projekten erlangte Wissen schneller und in höherer Qualität anderen Teams zur Verfügung steht.
    Das Mitarbeiternetzwerk, welches sich auf Basis dieser Lösung entwickelte, kann leicht im Rahmen von Innovations- und Gestaltungsprozessen genutzt werden, um die Mitarbeiter unabhängig vom eigenen Arbeitsplatz und den aktuellen Projekten zu aktivieren und in diese Prozesse zu integrieren.
    Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass über Social Software nicht nur Informationen in Wikis, Blogs, etc. sichtbar werden, sondern auch die Team- und Projektkommunikation darüber transparent erfolgt.

  2. Lydia Heydel
    8. Dezember 2011, 16:08 Uhr

    Hallo Herr Roell,
    danke für Ihr Feedback. Hier ein Beispiel, was Ihnen vielleicht bei Ihren Fragen weiterhilft:
    Früher haben wir mit E-Mail und Fileserver gearbeitet, sehr klassisch also: jeder in seinem Projekt, mit seinem Wissen und einer mehr oder minder durchsichtigen Ordnerstruktur.

    Heute arbeiten wir so (um die Veränderung anschaulich zu machen): Herzstück unserer Arbeitsweise sind Blogs, hier laufen praktisch die Fäden aus den Projekten und Bibliotheken zusammen. Konsequenz: es ist immer ein aktueller Projektstand abrufbar, was entscheidend ist, um sich mit eigenen Ideen und Hinweisen zur richtigen Zeit einzuklinken. Kollegen des einen Projekts setzen beispielsweise Lesezeichen aus ihrer Projektcommunity und geben damit Tipps zum Weiterdenken. Gleichzeitig ist es für die Managementebene leichter, strategisch zu intervenieren. Sie klinken sich unter anderem in Foren oder Blogs ein und steuern das Team, ohne zwingend vor Ort sein zu müssen. Dokumente (aus der Dokumentendatenbank), Methoden (aus Wikis) und Aktivitäten sind diesen Blogs untergeordnet. Es entsteht praktisch die Story hinter den „Produkten“, was den Kontext und das Erfahrungswissen mit unseren Kunden sichtbar macht. Neue Mitarbeiter starten heute ihre Tätigkeit mit den Blogs in den Projektcommunities und sind schneller eingearbeitet. Was bringt das: Transparenz, Geschwindigkeit und Flexibiltät, Kompetenzentwicklung und die Chance, eigene Kompetenzen zu teilen und mit neuen, teils in der Organisation schon vorhandenen Impulsen weiterzuentwickeln.

  3. Martin Roell
    8. Dezember 2011, 13:31 Uhr

    Danke für das Interview. Die Antworten auf die Fragen danach, wie sich die Arbeit konkret verändert hat, verstehe ich nicht – Ich finde die Antworten sehr abstrakt. Was hat sich denn konkret verändert? Was wird dort wie wofür genau eingesetzt? Inwiefern hilft das?

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