Human Network Competence

Herzlich Willkommen im Human Network Competence Blog, unserem Weblog für Trends zu Wissensmanagement und Kooperation im Enterprise 2.0.

hnc-teaser

Für Sie gelesen: Enterprise 2.0 Studie – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung

, von
2 Kommentare

Vor wenigen Tagen haben Dr. Martina Göhring, Prof. Dr. Joachim Niemeier und Milos Vujnovic vom Esslinger Beratungsunternehmen Centrestage GmbH eine hochinteressante Studie unter dem Titel „Enterprise 2.0 – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung“ veröffentlicht. Die Studie ist frei auf der Webseite des Unternehmens zum Download verfügbar. Mit dieser Veröffentlichung belegen die Autoren ein weiteres Mal ihre Kompetenzführerschaft im Themengebiet Enterprise 2.0 im deutschsprachigen Raum. Wir haben die Studie für Sie gelesen und wesentliche Aspekte zusammengefasst.

Enterprise 2.0 ist reif für den breiten Einsatz im Markt. Allein der Umfang von 72 untersuchten Fallbeispielen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über unterschiedlichste Branchen, Unternehmensgrößen und Anwendungsgebiete hinweg ist ein Indiz dafür. Es sind nun nicht mehr allein die IT-affinen High-Tech Unternehmen, die auf Enterprise 2.0 setzen, sondern immer mehr Unternehmen aus klassischen Branchen, wie z.B. Maschinenbau, Handel oder Finanzdienstleister. Bereits mehr als ein Drittel der untersuchten Unternehmen sind der Gruppe der „Pragmatiker“ bzw. „Early Majority“ zuzuordnen, die anders als die „Visionäre“ bzw. „Early Adopters“ neue Ansätze und Technologien erst dann einsetzen, wenn deren Nutzen bei anderen Unternehmen bereits nachgewiesen werden konnte und ein entsprechendes Leistungsangebot von etablierten Anbietern nicht verfügbar ist. Diese Studienergebnisse decken sich im Übrigen auch mit unseren eigenen Beobachtungen aus Gesprächen mit Kunden und Interessenten von Communardo und dem großen Interesse an unseren Enterprise 2.0 Lösungsangeboten auf der Cebit 2010.

Die Mehrzahl der Fallbeispiele zeigt eine Ausrichtung auf den unternehmensinternen Einsatz zur Flexibilisierung von Prozessen, der Verbesserung der Zusammenarbeit und die Erreichung von Innovationen sowie eine tiefergehende Vernetzung mit Kunden. Nur ein geringer Teil nutzt Enterprise 2.0 zur Etablierung neuer Geschäftsmodelle. Eine Ursache könnte hier nach unserer Ansicht in den langjährigen Vorerfahrungen in den Bereichen CSCW, Groupware und Wissensmanagement liegen, während neuartige internetbasierte Geschäftsmodelle sich erst in den letzten Jahren massiv verbreitet haben. Hier liegt noch ein größeres Stück der „Lernkurve“ vor den meisten Unternehmen.

Interessant für uns war vor allem auch die Erkenntnis, dass nur 17% der untersuchten Vorhaben „Bottom-up“ bzw. als sog. „U-Boot-Projekte“, also von Mitarbeitern und Fachabteilungen initiiert wurden, aber immerhin 36 % „up-down“, also von Fachbereichen UND Top-Management und erstaunliche 47 % allein vom Management. Hier liegt die Vermutung nahe, dass es u.U. eine Dunkelziffer an abteilungsgetriebenen „U-Boot-Projekten“ gibt, die als solche eher selten öffentlich bekannt werden. Hier stellt sich die Frage, welcher Ansatz am ehesten zum Erfolg führt.

Neben die quantitativen Ergebnissen bietet die Studie eine anschauliche Referenzstruktur für ein Enterprise 2.0 Projekt sowie eine Reihe praktischer Empfehlungen, u.a.:

  • Entscheidungsträger sollten sich nicht nur mit Enteprise 2.0 beschäftigen, sondern auch persönliche Erfahrungen im Umgang damit sammeln und als Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen.
  • Vorreiter (z.B. aus den „U-Boot-Projekten“) sollten nicht saktioniert, sondern als begeisterte Multiplikatoren und Meinungsführer aktiv eingebunden werden.
  • Auf dem Weg zum Enterprise 2.0 geht es nicht allein um die Bereitstellung von Werkzeugen, sondern um eine neue Art der Managements, der Kommunikation und der Zusammenarbeit im Unternehmen. Dazu bedarf es einer auf das Unternehmen zugeschnittenen Strategie.
  • Bei der Formulierung dieser Strategie sollten klare Ziele definiert werden, um eine klare Erwartungshaltung aufzubauen. Kern dabei ist es, Mitarbeiter und Führungskräfte im täglichen Geschäft maßgeblich zu unterstützen.
  • Die intensive Aufklärung der Mitarbeiter über die richtige Nutzung von Enterprise 2.0-Werkzeugen in geeigneten online- und offline-Qualifikationsmaßnahmen sollte ein fester Bestandteil eines Einführungsprojektes sein.
  • Zur Auswahl der richtigen Werkzeuge sollte eine intensive Bedarfsermittlung, Evaluation und Pilotierung beitragen. Daran sollten Fachbereiche und Endanwender stets beteiligt sein. Auf IT-Infrastruktur-Ebene muss die Basis für eine breite Anwendbarkeit geschaffen werden.
  • Rechtliche und soziale Rahmenbedingungen sollten frühzeitig unter Einbindung von Führungskräften, Betriebsrat und Mitarbeitern geklärt werden. Eine enge Abstimmung hier schafft Sicherheit für die Mitarbeiter und Verbindlichkeit für die Inhalte.
  • Ein unternehmensweiter Roll-out ist oft verbunden mit Veränderungen im Unternehmen, die durch ein aktives Change Management unterstützt werden können. Zentral ist jedoch das proaktive Engagement des Top-Managements, um wichtige Veränderungen voranzubringen.

Unser Fazit: Die Enterprise 2.0 Studie von Centrestage ist eine empfehlenswerte Lektüre für Führungskräfte und Fachleute aus Unternehmen, die den richtigen Start in ihr Enterprise 2.0 suchen.

Ergänzung (22.04.2010): Eine Präsentation zur Studie findet sich jetzt auf Slideshare.

Artikel als PDF speichern
2 Antworten zu:
“Für Sie gelesen: Enterprise 2.0 Studie – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung”
  1. […] weiter in der Quelle auf Human Network Competence Bildung    [L3T] L3T auf CiteULike […]

  2. […] und Communardo als Enterprise 2.0 Lösungsanbieter positioniert und die wir bereits im Humannetworkcompetence Blog für Sie rezensiert haben. Comment feed   Trackback URL […]

Schreiben Sie einen Kommentar

*

Diese Webseite basiert auf Wordpress. © 2014 Communardo Software GmbH / Kleiststraße 10 a / D-01129 Dresden / Fon +49 (0) 351/8 33 82-0 / info@communardo.de