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Enterprise Microblogging: ein neuer Hype? Ja und Nein.

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5 Kommentare

Seit einigen Wochen ist das Thema Microblogging im Trend, seit kurzem vor allem dann, wenn es um den Einsatz für Unternehmen geht. Warum jedoch soll dieser meist öffentliche Austausch kurzer Nachrichten im SMS-Format unsere Geschäftswelt revolutionieren?

Die Begeisterung der Web 2.0 Welt für dieses Thema läßt schnell einen neuen Hype vermuten. Kaum vergeht ein Tag, an dem nicht ein neuer Microblogging-Dienst im Internet veröffentlicht wird, zunehmend vor allem auch Dienste für Unternehmen. So hat gerade Yammer.com den TechCrunch50 Award gewonnen. Jeremiah Owyang hat kürzlich eine Übersicht von Twitter-Tools für das Intranet vorgestellt, die durch die Beiträge der Kommentatoren immer länger wird. Bei genauerer Analyse wird deutlich, dass Tools wie Yammer entweder den Grundgedanken von Twitter.com entweder nur kopieren oder zumindest versuchen, für den Unternehmenseinsatz tauglich zu machen.

Was gibt es jedoch für Gründe, an einen nachhaltigen Erfolg von Microblogging in Unternehmen zu glauben?

Für den Erfolg braucht es Verständnis, Einfachheit, Wirtschaftlichkeit und vor allem einen hohen Nutzen:

  • Verständnis: Microblogging ist einfach zu verstehen, den jeder kennt Post-it-Notes, das persönliche Notizbuch oder Kladde und die SMS.
  • Einfachheit: Das Eintippen von wenigen Zeilen Text ist auch für weniger geübte noch zu bewältigen, via Webbrowser oder Smartphone.
  • Wirtschaftlichkeit: Ob Open Source oder Software as a Service, Microblogging Dienste sind schon heute schnell und kostengünstig einsetzbar.
  • Nutzen: “…optimiert die Kommunikation in Unternehmen und in Teams“. Soso ! Das wollten schon viele. Also doch nur ein Hype ?!

Es gilt also, den möglichen Nutzen von Microblogging im Unternehmen näher unter die Lupe zu nehmen. Dazu geben aktuelle Beiträge in der Blogwelt wertvolle Hinweise, z.b. von Joachim Niemeier bei Centrestage.de. Was wird aber nun den Nutzen von Microblogging in Unternehmen ausmachen? Hier meine Version der Argumente:

  • Micromessaging (Kurznachrichten): Microbloggen erleichtert ähnlich dem Instant Messaging die schnelle ad-hoc Kommunikation und sie entlastet die E-Mail, die wieder zum Medium für wichtige, asynchrone Botschaften werden wird. Aber Microblogging muss eben mehr sein, als nur Micromessagging.
  • Awareness / Serendipity (Aufmerksamkeit): Über den kontinuierlich oder in gewissen zeitlichen Abständen beobachtbaren Nachrichtenstrom des Microblogs gelingt es, den Überblick über eine Vielzahl von Aktivitäten im Unternehmen besser zu behalten.
  • Microdocumentation (Kurzdokumentation): Die strukturierte Aufzeichnung von Kurznachrichten ermöglicht eine kontinuierliche, nebenbei ohne Aufwand entstehende, zentral verfügbare Dokumentation von Ereignissen, Entscheidungen, Ideen, Lösungen etc. die bisher im allgemeinen Durcheinander von Notizen, E-Mail, Instant-Messages untergegangen sind oder zumindest nur mit hohem Aufwand erstellbar war.
  • Microlearning (Lernen in kleinen Einheiten): Die Verfügbarkeit einer bis dato nicht verfügbaren Mikro-Dokumentation erleichtert spätere Lernprozesse, z.B. bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter oder dem De-briefing von Projekten.

Daraus ergeben sich eine ganze Reihe von Einsatzgebieten für das Microblogging, wobei jedes für sich seinen eigenen Nutzen birgt. Hier einige Beispiele:

  • Kommunikation und Dokumentation in Projekten
  • Begleitung von Veränderungs- und Strategieprozessen im Management
  • Dokumentation von Kundenkontakten im Vertrieb und Support
  • Kontinuierliche Dokumentation von technischen Systemen, wie z.B. komplexen Anlagen oder IT-Systemen i.S.e. Maschinenhandbuchs
  • Schichttagebücher in der Produktion
  • die Koordination von Redaktionsprozessen im Team
  • u.v.a.m.

Reine Micromessaging-System wie z.B. Twitter, Yammer, Laconica oder Socialcast sind durch ihre Konzentration auf den schnellen Austausch von Kurznachrichten im Kontaktnetzwerk jedoch nicht geeignet, das volle Potential von Microblogging im Unternehmen zu heben.

Deshalb arbeitet derzeit ein Entwicklerteam bei Communardo mit Hochdruck an der Entwicklung eines Microblogging-Dienstes für Unternehmen. Communote.com wird wesentliche Ansätze von Blogging, Messaging und Tagging zu einem neuartigen Dienst kombinieren.

In den nächsten Wochen werden wir in diesem Blog und auf Konferenzen und Barcamps mehr über Communote und die betrieblichen Einsatzgebiete von Microblogging berichten.

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5 Antworten zu:
“Enterprise Microblogging: ein neuer Hype? Ja und Nein.”
  1. Experts profile: Dirk Röhrborn
    25. Februar 2009, 17:33 Uhr

    [...] Enterprise Microblogging: ein neuer Hype? Ja und Nein. [...]

  2. [...] sind individuell. Die Vorteile wiederum sind die gleichen, eine gute Darstellung dazu ist bei Dirk Röhrborn nachzulesen. Von Einfachheit, Schnelligkeit und Wirtschaftlichkeit ist da die Rede, hatten wir das [...]

  3. Dirk Röhrborn
    17. September 2008, 20:41 Uhr

    Ausführliche Diskussionen zum Thema Micro-blogging finden sich derzeit an folgender Stelle:

    - Adoption patterns and best practices – now Twitter (von Martin Koser, kommentiert von Joachim Niemeier, Barthox und Dirk Röhrborn) über Fragen zum Nutzen und zur Akzeptanz von Microblogging im Unternehmen
    - Microblogging as a corporate tool (von Björn Negelmann, kommentiert von Martin Koser und Dirk Röhrborn) über Anwendungsszenarien, und
    - Enterprise Microblogging – im Intranet twittern (von Joachim Niemeier, kommentiert von Matthias Schwenk, Martina Göhring, Martin Böhringer, Dirk Röhrborn) über Einsatzszenarien und erste Fallbeispiele.

  4. frogpond
    16. September 2008, 22:00 Uhr

    Adoption patterns and best practices – now Twitter…

    Tonight I did a quite long comment on Björn’s post at the Enterprise2Open blog on “Microblogging as a Corporate Tool“). These are some thoughts, and essentially my take on the adoption issues with Twitter that are cross-linked an…

  5. Microblogging as a Corporate Tool
    14. September 2008, 14:03 Uhr

    [...] Dirk Röhrborn complented these thoughts with another systematic approach on the usage scenarios: [...]

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